IA4SP Kolumne

SAP: Land der Freiheit

Die SAP stiftete eine „offene Gesellschaft“. (Nur) in einer freiheitlich verfassten SAP-Welt wird sie weiterhin ihren Gewinn maximieren und kollektive Wohlfahrt schaffen.

Gestatten Sie, dass ich mich kurz vorstelle: Mitte 1994 begegnete ich SAP (R/3, Version 2.1) erstmals im Siemens-Nixdorf-Trainings­center. Von Januar 1995 bis Mitte 1996 reiste ich als SAP-Berater durch die Republik.

Seit Mitte 1996 entwickle, berate und vertreibe ich gemeinsam mit 40 Mitarbeitern unsere SAP-integrierten Lösungen. Wenn ich nach Schlagworten zu SAP gefragt werde, kommen mir folgende in den Sinn.

Werkfreude: 23 Jahre arbeitstägliche Beschäftigung mit SAP, und die Sache macht immer noch richtig Spaß.

Dankbarkeit: Mein Beruf, meine Firma, die Kunden, unser Sprung über den Großen Teich, mein Einkommen, wertvolle Momente meines Privatlebens – ohne SAP wäre das niemals möglich gewesen.

Faszination: Für das, was die SAP-Mannschaft schon vor R/3-Zeiten an fachlichen Grundlagen geschaffen und in den 90er-Jahren hochgezogen hat.

Werkfreude ist etwas Persönliches, Dankbarkeit auch. Faszination dagegen hat das Zeug zur öffentlichen Verbreitung. Es dürfte Hunderttausende Menschen geben, die begeistert nach dem Muster arbeiten, dem schon die Kernmannschaft von SAP gefolgt ist: betriebswirtschaftliche Prozesse aller Fachbereiche durchdenken, als Standard konzipieren, customizen und anwenden.

So ist eine neue Welt entstanden – eine Art SAP-Land mit Gemeinden, Politikern und Bürgern. Dänemarks Berufung eines Social-Network-Diplomaten im Range eines Botschafters unterstreicht das Argument vom „Unternehmen als Land“: Supranationale IT-Communitys sind zu verstehen wie Staaten, zu denen man sich verhalten muss.

Facebook, Google, Apple, SAP etc. sind Länder mit eigenen Sprachen, mit eigener Sozialisation bzw. spezifischem Sozialverhalten, mit Institutionen, Infrastruktur und Grenzen.

Organisationen wie DSAG (als Repräsentant der SAP-Kunden) und IA4SP (als Assoziation der Solution Provider) übernehmen die Rolle der Parteien im Parlament der Meinungsbildung.

SAP schuf jedoch nicht nur ein Staatsgebiet, sondern vielmehr ein „Land der Freiheit“ für Menschen, die vor ihrem Einstieg ins SAP-Geschäft mit zerfetzten T-Shirts und wilden Haaren durch die Welt gezogen sind; für Typen mit unkonventionellen Karrieren; für Figuren aus abgelegenen Fachbereichen (Germanisten, Physiker, Theologen, gar Volkswirte usw.); für Individuen, die SAP als ihre berufliche Chance erkannten; Menschen, die engagiert arbeiten, Unternehmen gründen, weitere Menschen begeistern, ihnen Arbeit, Lohn und Brot geben.

All jene bevölkern und bereichern das „Land der Freiheit“. SAP räumte der Freiheit bisher einen hohen Stellenwert ein und regierte frei von formalen Regulierungen, akademischen Prämissen und Zutrittsbarrieren anderer Zünfte.

Mit Abap begründete sie eine Open-Source-Community und stiftete eine weite Welt für den Wettbewerb der Ideen. Die dadurch mögliche Buntheit dürfte ein, wenn nicht gar DER Treibsatz für den Reichtum von SAP – Produkt und Unternehmen – und SAP-Partnern (gewesen) sein.

Vor diesem Hintergrund bitte ich die SAP-Macher (oder DEN bis heute wirkenden Macher), für ihr Land auf das Potenzial der Freiheit zu setzen.

Der Reichtum ihrer Lösung korreliert positiv mit der unternehmerischen Buntheit der SAP-Welt. Das Land der Freiheit, der dort herrschende Wettbewerb, die durchlässige Marktgrenze wirken positiv verstärkend auf die führende Instanz dieses Landes.

Ich akzeptiere, dass die offene Gesellschaft gegen ihre Feinde geschützt werden muss und dass die Exe­kutive des SAP-Lands Sorgen bekommt, wenn ihr vor dem Bundestagsausschuss für Cyber-Security zigtausend kritische Angriffspunkte vorgehalten werden.

Ebenso akzeptiere ich, dass in einem Freiheitsraum Steuern (in Form direkter und indirekter Lizenzen) für Infrastruktur und Grenzschutz erhoben werden.

Die Wirtschaftsgeschichte wiederum bekräftigt, dass Prohibitivsteuern und Handelsbarrieren individuellen Wohlstand und kollektive Wohlfahrt vernichten. – Bezeichnenderweise klagen Technologie-Unternehmen schon wenige Tage nach dem virtuellen Mauerbau der US-Administration, dass sie Farbe und Potenzial verlieren.

Beim Wechsel von R/3 zu S/4 und Hana haben die Manager von SAP es in der Hand, den Übergang vom alten Land in das neue Land die Freiheit und damit das Fundament für Wohlstand und Wohlfahrt aufrechtzuerhalten. Vive la liberté!

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