MAG 1703 Management

Lagerveränderung

[shutterstock.com:127809008, SasinTipchai]
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Geschrieben von Robert Schmeling, Cpro

Derzeit hat das SAP-Eco-System die beiden Lagerverwaltungssysteme Extended Warehouse Management (SAP EWM) und SAP Warehouse Management (WM) im Einsatz. Das wird sich ändern.

RobertSchmelingGründe für die Veränderung bei den SAP-Lagerverwaltungssystemen sind die Release-Strategie von Ende 2016 und das Auslaufen der Nutzungsrechte von SAP WM oder SAP LE-TRA (Transportabwicklung) Ende 2025 – sowohl in der SAP S/4 Hana Suite als auch im SAP ECC.

Diese Entwicklung berücksichtigen viele SAP-Anwender bei ihren strategischen Überlegungen zur Gestaltung ihrer anstehenden Lagerverwaltungsprojekte. Dabei entscheiden Lizenz- und Implementierungskosten sowie der benötigte Funktionsumfang darüber, ob die bestehende SAP-WM-Installation weitergeführt oder ein Redesign in Verbindung mit einer Implementierung von SAP EWM angestrebt werden soll.

Die funktionale Entscheidung basiert hingegen auf Aspekten, die über den Standard-Funktionsumfang des SAP WM hinausgehen.

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  • Ist eine Anbindung von Fördertechniken und automatischen Lagersystemen möglich?
  • Lassen sich innerbetriebliche Transporte auf mehrere Arbeitsschritte aufteilen?
  • Wie sieht es mit der Verwendung von Wellen, der Abbildung logistischer Zusatzleistungen oder einer detaillierteren Abbildung des Versands aus?

Sind diese und weitere Anforderungen identifiziert, kann eine Entscheidung bezüglich des geeigneten Produktes getroffen werden.

Diese funktionalen Unterschiede lassen bereits die projektspezifischen Herausforderungen von SAP-EWM-Projekten erkennen, da hierbei alle Anforderungen in einem System abgebildet werden. Besonders die projektbezogene Abgrenzung der Komplexität und der Funktionalitäten trägt dazu bei, dass Projekte in Zeit und Budget abgewickelt werden können.

Doch auch die ganzheitliche Integration der Lagerlogistik in die Prozesskette des SAP ERP und SAP EWM nimmt in aktuellen Projekten einen immer höheren Stellenwert ein.

Mit dem S/4-Hana-Release 1610 kommt darüber hinaus eine weitere Entscheidungskomponente bei dem Einsatz von SAP EWM „embedded“ hinzu.

Mit diesem Release wurde die Funktionalität des SAP EWM 9.4 in das S/4-Hana-System inte­griert. Somit sind auch in diesem Szenario die beiden Lagerverwaltungsprodukte von SAP vorhanden. SupplyChain-Management-1703

Das SAP EWM steht hierbei mit einem bestimmten Funktionsumfang, dem sogenannten „Basic Warehouse“, produktlizenzfrei zur Verfügung. Das bedeutet, dass im S/4-System eine deutlich größere Vielfalt an Möglichkeiten innerhalb der Lagerverwaltung mit dem SAP EWM gegenüber dem klassischen SAP WM nutzbar ist. Dies gilt sowohl für eine Installation als dezentrales System oder auch „embedded“ im S/4 Hana.

So lassen sich z. B. Ein- und Auslagerprozesse layout- oder prozessorientiert steuern oder auch die Vorteile einer Ressourcenverwaltung nutzen. Im S/4-Hana-System stehen natürlich auch alle weiteren Funktionalitäten des SAP EWM zur Verfügung, welche seitens der SAP unter der Beschreibung „Extended Warehouse“ zusammengefasst werden.

Einführungen des Produktes WM haben in den letzten Jahren deutlich abgenommen. Vor allem aber mit Blick auf die Zukunftsfähigkeit der beiden Lagerlogistik-Systeme sollte man aus logistischer und IT-strategischer Sicht den Einsatz des SAP EWM in Betracht ziehen. Denn an einer Weiterentwicklung von SAP WM wird bereits seit einigen Jahren nicht mehr gearbeitet.

Die aktuelle Roadmap des SAP EWM sieht hingegen auch für die kommenden Jahre eine kontinuierliche Weiterentwicklung und neue Releases vor. Diese erweitern das SAP EWM als Logistik-System noch um zusätzliche Funktionalitäten, wie z. B. die vor Kurzem eingeführte Abrechnung von Lagerleistungen (Aktivitäten innerhalb des Lagers können konditionell bewertet und fakturiert werden), eine direkte Anbindung von Automatisierungstechnik (SPS) mittels des integrierten Materialflusssystems (MFS) oder auch die Erweiterung von Organisationsstrukturen für spezielle Anwendungsbereiche wie z. B. der Luftfrachtsicherheit.

Ein ganz besonderes Augenmerk fällt hierbei auf die Oberflächen-Strategie, die das SAP EWM auch bereits kurzfristig auf eine browserbasierte Benutzeroberfläche bringt. Ein Beispiel hierfür sind die im letzten Service Pack ausgelieferten Fiori-Apps für die Rollen „Warehouse Clerk“ und „Returns Clerk“. Für den Anwender resultiert hieraus eine komfortablere und intuitiver bedienbare Benutzeroberfläche.

Darüber hinaus ergänzt auch das Customer Connection Programm (www.sap­improvementfinder.com) das SAP EWM um zahlreiche praktische Funktionalitäten, die aus Anwendersicht an die Produktentwicklung herangetragen worden sind. Hierzu zählen u. a. Erweiterungen in der Queue-Bearbeitung und Erweiterungen des zentralen Lagerverwaltungsmonitors.

Als SAP-Beratungshaus mit einem langjährigen Schwerpunkt auf der Lagerlogistik profitieren wir bei der Cpro Gruppe aktuell stark von dieser Situation. Speziell aufgrund des aus der Historie bedingten Angebotes von sowohl SAP EWM als auch SAP WM können wir unsere Kunden in den Fragestellungen zur Produktentscheidung auf der Basis von beidseitigen Erfahrungen und Projektbeispielen unterstützen.

Gerade diese Vergleichsmöglichkeiten schaffen eine gemeinsam herbeigeführte Entscheidungssicherheit sowohl für die individuell kurzzeitige als auch die richtige langfristige Strategie im Lagerlogistik­bereich mit SAP.

Neben der reinen funktionalen Betrachtung steht hierbei häufig die Zielsetzung einer zeitlich optimierten Kosten-Nutzen-Situation versus einer zukunftsorientierten Produktentscheidung im Vordergrund, um spätere Transformationskosten zu vermeiden.

IA4SP-Themenkreis Lagerlogistik

Diese differenzierte Betrachtung gehört mit zu den ersten Themenschwerpunkten des Mitte 2016 gegründeten Themenkreises Lagerlogistik des IA4SP. Somit können nicht nur SAP-Anwender, sondern auch SAP-Partner des IA4SP von dem hier durch mehrere OnPremise-Mangement-1703spezialisierte SAP-Beratungshäuser zusammengetragenen Know-how profitieren.

Die Anwendbarkeit für Vergleichsmöglichkeiten zwischen den beiden Lagerlogistik-Produkten der SAP ist natürlich nur ein Aspekt des Themenkreises. Weitere Themen, die durch die Teilnehmer ausgearbeitet und zur Verfügung gestellt werden, sind z. B. Auswirkungen der UI-Strategie auf die Logistik, Anbindung von Steuerungen, Sensorik und Geräten, die Evaluierung empfehlenswerter Ergänzungsprodukte (Add-ons) und natürlich die Integration der Lagerlogistik in S/4 Hana.

Somit bietet sich den teilnehmenden SAP-Partnern des Themenkreises Lagerlogistik ein breiter Fundus an aufbereitetem Know-how und Informationen, mit welchem sie ihre Kunden zielgerichtet beraten können. Auch wenn einzelne Themen über das eigentliche Portfolio des jeweiligen SAP-Partners hinausgehen, kann durch die netzwerkorientierte Kooperation des Themenkreises schnell ein geeigneter Spezialist hinzugezogen werden.

https://e-3.de/partners/cpro-industry-projects-solutions-gmbh/

Über den Autor

Robert Schmeling, Cpro

Robert Schmeling ist Geschäftsführer der Cpro conlog GmbH

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