Hausmitteilung

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Hausmitteilung: IoT & das UPS-Desaster

Auch im E-3 Magazin findet sich Nützliches, Strategisches und Visionäres zum Thema Internet der Dinge (IoT) und Industrie 4.0. Ich bin kein Logistik­experte, aber Beobachter und Betroffener einer logistischen Routineaufgabe, die im Desaster endete: Als engagierter Hobbykoch bestellte ich Anfang Dezember bei BOSfood in Düsseldorf Kochbücher und Zutaten für etwa 500 Euro. Das Logistikunternehmen war UPS und wie schon so oft davor bekam ich eine E-Mail mit der Paketnummer.

Ich würde über diese UPS-Lieferung hier nicht schreiben, wenn sie nicht im totalen Desaster geendet hätte.

Was mich beunruhigt, ist der unlogische und desaströse Prozess der UPS-Logistik. Naturgemäß gehen jeden Tag Pakte verloren oder werden beim Transport beschädigt.

Wenn jedoch widersprüchliche Prozesse, sich widersprechende Auskünfte und falsche Computerdaten durch wiederholtes Erfassen eines vielleicht kaputten Pakets mit zahlreichen Strichcodes möglich sind, wie können dann jemals komplexe IoT-Prozesse funktionieren?

Der Optimist sagt jetzt, dass die Sensoren und RFID-Chips aus dem IoT-Baukasten jedem Strichcode überlegen sind. Und natürlich eine Hana Cloud Platform mit einem Smartphone und Fiori-2-UI (User Interface) jeder E-Mail-Kommunikation weit voraus sind.

Der Pessimist sagt, dass noch nie ein Mehr an Technik auch nur irgendein Problem gelöst hätte. Das Thema Strichcode oder RFID ist nur vordergründig relevant. IoT wird nur mit neuen Geschäftsprozessen, vielleicht nur mit neuen Geschäftsmodellen funktionieren.

Selbstverständlich ist Technik wichtig! Sensoren, Cloud, Hana, S/4 sind ein wichtiger Beitrag.

Prozessfehler

Das UPS-Desaster entstand aber nicht wegen zu weniger Strichcodes, sondern ausschließlich aufgrund unzureichender und unlogischer Prozesse: Mein Paket war an eine falsche Adresse unterwegs.

Eine Umleitung war nur mit einem Freischaltcode möglich, den UPS lediglich per Briefpost verschickt.

In der Zwischenzeit hatte das Paket einen Transportschaden und auf der UPS-Website stand, dass es nun an den Absender zurückging.

Eine Nachschau ergab, dass das Paket aber in ein anderes Verteilerzentrum geliefert wurde, warum es von dort nicht an die korrigierte Zustelladresse ausgeliefert wurde, erklärte man mir am Telefon:

„In Wahrheit ist das Paket verloren gegangen und einen Suchauftrag kann laut UPS-Bedingungen nur der Versender in Auftrag geben.“

Zwei Tage später versicherte mir UPS, dass die neue Zustelladresse geprüft wurde und ich mein (beschädigtes?) Paket in zwei Tagen bekommen könnte.

In der Zwischenzeit wurde der Versender verständigt, dass das offensichtlich wiedergefundene, wirklich beschädigte Paket nicht zu mir kommt, sondern auf dem Retourweg ist.

Der Geschäftsführer von BOSfood rief mich daraufhin an. Er entschuldigte sich und stellte eine neue Lieferung zusammen, die ich drei Tage später sehr glücklich in Empfang nahm. Ein großes Dankeschön an BOSfood!

Was UPS mit der ersten Lieferung unternahm, ist mir nicht bekannt: beschädigt oder verloren oder beides?

Alle Strichcodes auf den Paketen helfen nicht, wenn nicht auch die Prozesse stringent und logisch abgesichert werden.

Wenn der Informationsfluss nicht konsistent ist, werden auch IoT und Industrie 4.0 ein leeres Versprechen bleiben.

Wie sagt der Informatiker: Garbage in, Garbage out – GiGo! (pmf)

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