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Big Data braucht neue Instrumente

[shutterstock:563991226, Dolly Right]
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Geschrieben von Bernd Bätz, FIS-ASP

Big Data ist inzwischen zum Gegenstand öffentlicher Diskussionen geworden. Vor Kurzem widmete sich eine Podiumsdiskussion der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (VBW) in Bad Neustadt der Frage, wie sich große Datenmengen veredeln lassen und welche Chancen sich daraus ergeben. Mit dabei waren Vertreter von Hochschulen (TU München, Universität Passau), Industrie (Siemens) und IT (FIS-ASP).

Dass Big Data kein kurzfristiger Hype ist, sondern einer der wesentlichen Wachstumstreiber der nächsten Jahre, darüber herrscht im Allgemeinen Einigkeit.

Auf Basis der VBW-Studie „Big Data im Freistaat Bayern – Chancen und Herausforderungen“ hat der Zukunftsrat der Bayerischen Wirtschaft deshalb konkrete Handlungsempfehlungen formuliert, wie sich die großen Potenziale von Big Data bestmöglich nutzen lassen.

Auf Basis von Big Data können Unternehmen ihre internen Prozesse optimieren und sogar ganz neue Geschäftsmodelle entwickeln.

Für die Nutzung der Daten müssen Service-Provider auf neue Instrumente setzen und diese vor allem integrieren. So entwickeln sich soziale Medien wie Facebook zu wertvollen Datenquellen, die für gezielte Kundenkampagnen genutzt werden können.

Hybride Cloud-Szenarien beschleunigen das Datenwachstum, die Anbindung an Cloud-Plattformen fördert die verteilte Datenhaltung.

Allein diese Beispiele zeigen, dass klassische relationale Datenbanken längst nicht mehr die alleinige Quelle von Informationen sind, die es zu sammeln und auszuwerten gilt.

Hinzu kommt, dass relationale Datenbanken auch gar nicht die notwendige Performance mitbringen; die Trennung von OLAP- und OLTP-Systemen erschwert bzw. verhindert Realtime-Analysen.

Genau solche sind aber gefragt, z. B. bei telefonischen Kundenanfragen.

Performante Geschäftsprozesse und Recherchen in Echtzeit, sowohl rückwirkend als auch planerisch vo­rausschauend, werden da zu entscheidenden Wettbewerbsvorteilen.

Für Predictive Maintenance stellt SAP mit Hana, der Hana-Cloud-Plattform (HCP) und Hana Vora (Verbindung der Hadoop-Welt mit Hana, BW und ERP) Technologien für Echtzeitanalysen bereit.

Mit ihnen werden bestehende Prozesse und Systemlandschaften Big-Data-fähig gemacht und es lassen sich zum Beispiel strukturierte Daten in Echtzeit aus dem ERP-Hana-System in die BW-Systeme laden; vorausschauende Wartung über große (unstrukturierte) Datenmengen, die in Hadoop kostengünstig abgelegt werden, wird möglich.

Da Social Intelligence mittlerweile Bestandteil der SAP Business Suite ist, können über eine Facebook-Integration Kundeninformationen wie Kommentare, Antworten und Likes gesammelt und ausgewertet werden. Anhand des Datenmaterials lassen sich dann gezielte Kampagnen durchführen.

Big Data in der Praxis

Mit iRetPlat stellt die FIS-Tochter FIS-iLog seit Mitte 2016 eine offene Cloud-Plattform für die Verwaltung von Mehrwegtransportverpackungen (MWTV) in der Handels- und Logistikbranche zur Verfügung.

Unter Einsatz von Big-Data-Technologien wie SAP Hana verwaltet sie in kurzer Zeit Millionen von Datensätzen der Verpackungen, die von den Nutzern der Cloud-Plattform in Echtzeit ausgewertet werden.

Mehrwegtransportverpackungen wie Europaletten, Gitterboxen, Container oder Kunststoffbehälter sind für den mehrmaligen Gebrauch im gegenseitigen Tausch bestimmt.

Die hier beteiligten Unternehmen können dies stückgenau auf iRetPlat buchen.

Bisher schotten sich Unternehmen aus nachvollziehbaren Gründen in Bezug auf ihre EDV-/IT-Infrastruktur gegenüber der Außenwelt ab. Trotzdem kommt zunehmend die Anforderung vom Markt, diese Starrheit zu durchbrechen.

Wo früher an der Rampe noch Palettenscheine quittiert und gegengezeichnet wurden, ist es mit iRetPlat möglich, diese über einfache, bedienerfreundliche Technik bilateral über Smartphone, Tablet oder PC online zu buchen.

Die Vorteile für alle Beteiligten: Der Hersteller hat größere Transparenz über seine Warenströme und Mehrwegtransportverpackungen, beschleunigte Prozesse, Mehrwegtransportverpackung-Bestandabfragen in Echtzeit, reduzierte Verwaltungsaufwände und als Summe reduzierte Transaktionskosten.

Die Spediteure können Leerfahrten vermeiden, indem über Clearingverfahren die Konten ausgeglichen werden, was zur Effizienzsteigerung beiträgt.

Seit Mitte 2016 läuft die Testphase der Plattform mit regionalen Spediteuren.

Im Januar 2017 erfolgte die offizielle Markteinführung inklusive Zertifizierung durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie mit dem Siegel „Trusted Cloud“.

https://e-3.de/partners/fis-asp/

Über den Autor

Bernd Bätz, FIS-ASP

Bernd Bätz ist Head of Comprohensive Services bei FIS-ASP

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