MAG 1612 Szene

Digitaler Transformationsprozess

[shutterstock:534170056, jannoon028]
[shutterstock:534170056, jannoon028]
Geschrieben von E-3 Magazin

Der Transformationsprozess ist nicht Selbstzweck oder ein technischer Release-Wechsel. Am vorläufigen Ende des Prozesses soll keine digitale Lösung stehen, die sich funktional nicht von der Vorgängerversion unterscheidet, sondern wirklich etwas Neues!

Eine QSC-Studie aus dem Mittelstand zeigt den Status beim Enabling der digitalen Transformation. Digitale Prozesse sollen Ressourcen-schonend sein und einen Mehrwert liefern – das ist mehr als eine Verbesserung oder Optimierung existierender Prozesse. Aus dem ersten Prozessschritt soll sich ein zweiter, ein dritter und so weiter Schritt ergeben. Immer Ressourcen-schonender, schlanker, effizienter als der vorhergehende Schritt.

Im Rahmen der Umfrage wurden 398 mittelständische Unternehmen zu ihrer Einschätzung der gegenwärtigen Marktsituation sowie zum Planungsstatus und Umsetzungsgrad befragt. Die Unternehmen stammen zu 49 Prozent aus dem Dienstleistungsbereich und zu 33 Prozent aus den Branchen Handel und Konsumgüterindustrie sowie Fertigung. Die größten Hürden für die Digitalisierung und IT-Transformation sind zu wenige Mitarbeiter mit entsprechendem Know-how, Sicherheitsbedenken und unzureichendes Budget. Zudem konstatiert ein Drittel der Befragten zu starre Organisationsstrukturen, mangelndes Bewusstsein und zu wenig Unterstützung durch das Top-Management.Digitalisierungsindex

Mit der digitalen Transformation wollen die Unternehmen laut einer aktuellen Telekom-Studie die Kundenbeziehungen verbessern (51 Punkte), die Produktivität steigern (49 Punkte) und Absatz und Service optimieren. Mit neuen digitalen Angeboten und Geschäftsmodellen können sich mittelständische Unternehmen zusätzliche Märkte und Kunden erschließen (46 Punkte). Der erhobene Index zeigt auch: Viele Unternehmen legen einen Fokus auf das Thema „IT-Sicherheit und Datenschutz“ und erreichen hier im Mittel 63 Punkte.

Die Studie zeigt auch, dass es noch diverse Barrieren gibt. So befürchten 41 Prozent der Befragten hohe Investitionskosten; 36 Prozent sorgen sich wegen zusätzlicher IT-Sicherheitsrisiken.

Hagen Rickmann, Geschäftsführer Geschäftskunden Telekom Deutschland:

„Schon das Thema Investitionskosten macht Entscheidungen rund um die Digitalisierung zur Chefsache. Zudem wird der Geschäftserfolg künftig immer stärker mit dem Umsetzungsgrad korrelieren. Daher müssen Geschäftsführer die Treiber sein“

So zeigt sich im Index bei den Top-Digitalisierern schon jetzt ein deutlicher Zusammenhang zwischen Transformation und Profitabilität. In 63 Prozent der befragten Betriebe ist die Digitalisierung Chefsache. Als starker Treiber agiert – vor allem in größeren Unternehmen – zudem die IT-Abteilung (44 Prozent). Marketing und Vertrieb werden von jeweils 15 Prozent der Befragten genannt. Mit deutlichem Abstand vor allen anderen Aspekten rangiert auch bei der QSC-Studie für die Befragten die Sicherheit, d.h. der Manipulationsschutz eigener Inhalte des Unternehmens. Damit einher geht auch die Verfügbarkeit von Daten und Informationen auf einer zentralen Plattform.

Prozessuale Aspekte wie Transparenz, Harmonisierung und Optimierung von Geschäftsprozessen sowie schnelle und kostengünstige Anpassungen durch eine flexiblere – weil standardisierte – IT, bedürfen zwingend dieser Grundlage. Grundvoraussetzung für den Erfolg der Digitalisierung ist dabei eine klare IT-Strategie und und eine verlässliche Roadmap – das umso mehr, als diese bei IT-Projekten in der Vergangenheit von 34 Prozent der von QSC Befragten nur als „mittelmäßig“ oder „schlecht“ bewertet wurden.

Im Hinblick auf zukünftige Projekte besteht dort also ein klarer Optimierungsbedarf, schließlich planen 85 Prozent der befragten Mittelständler in den nächsten Jahren Veränderungen im IT-Bereich. Dabei stehen zunächst einmal Modernisierungen und Upgrades, der zunehmende Einsatz von Standardlösungen und die Reduktion der Komplexität von Anwendungen und Schnittstellen im Vordergrund. Alle Branchen und Funktionsbereiche sehen eine zunehmende Bedeutung von Cloud-Anwendungen bei IT-Lösungen. Somit wächst aktuell die Anzahl hybrider Systemlandschaften bestehend aus On-Premise-Lösungen und Cloud Systemen.

Die Prozessänderung der digitalen Transformation soll und wird nicht zum Stillstand kommen. Es geht eben nicht um die einmalige Verbesserung eines schlecht programmierten Algorithmus, sondern um die kontinuierliche – manchmal auch revolutionäre Weiterentwicklung. Aus dem, was man erfolgreich erzeugt, soll Neues erwachsen. Eine gute Idee soll die nächste Idee befeuern – das ist Transformation. Nachhaltige Prozessänderung ist ein Kontinuum.

 

Über den Autor

E-3 Magazin

Information und Bildungsarbeit von und für die SAP-Community.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

AdvertDie Meinung 2