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Zurück in die Zukunft

Zur dynamischen IT-Entwicklung kommt die immer engere Verknüpfung mit der echten Welt, zu Menschen und Maschinen. Zur Adventszeit passend erinnere ich mich an eine frühe Entwicklung.

Ein Produkt von Honeywell International war in den 60ern die „Serie 16“, wobei 16 für einen 16-Bit-Prozessor stand und er maximal 64 KB verarbeitete.

Das Erfolgsmodell H316 verkaufte sich hervorragend, bis auf eine besondere Ausführung.

Das Luxuskaufhaus Neiman Marcus hat 1969 die H316 Pedestal als Honeywell Kitchen Computer angeboten.

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Der Slogan war

„If she can only cook as Honeywell can compute“.

Rezepte wurden per Schieberegister einprogrammiert. Der zweiwöchige Programmierkurs war im Preis beinhaltet. Dazu eine Schneidplatte und eine Schürze.

Der Preis betrug 10.600 USD, nach heutiger Kaufkraft ca. 80.000 USD. Wenig überraschend verkaufte sich dieses Prunkstück kein einziges Mal und verschwand schnell vom Markt.

Heute, fast 50 Jahre später, kapitulieren wir fast vor der Vielzahl der Rezepte im Internet. Wir können Küchenmaschinen mit Internetanschluss kaufen. Der Kühlschrank meldet, ob wir etwas nachkaufen sollen.

Zusätzlich können wir auch Siri, Cortana, Google Now, Alexa von Amazon und Co. fragen.

Hier ist es allerdings so, dass bei Produkten, die nichts kosten, SIE als Benutzer das Produkt sind. Die Antworten, die Sie bekommen, verweisen dann gerne auf Produkte, für die jemand bezahlt hat, damit Sie diese als Vorschlag bekommen.

Ihre Abfragen werden irgendwo gesammelt. Wir nutzen alle diese Systeme und sie sind State of the Art.Im Rückblick werden wir sie wahrscheinlich eher als Brückentechnologien sehen.

Wo es hingehen kann, zeigen moderne kognitive Systeme. Sie verstehen die menschliche Sprache, haben Fachverständnis, sind selbstlernend und geben bessere Antworten.

Sie benötigen weniger Daten von Ihnen als die Datenspuren, die viele im Internet hinterlassen. Weitere Daten holen sich diese Systeme in Echtzeit oder schöpfen aus eigenen Daten und ihren Erfahrungen.

Bezogen auf das Kochen kann eine Lösung heute schon so aussehen, dass ein kognitives System die kulinarischen Vorlieben von Ihnen und Ihrer Familie kennt, Ihre gekauften Lebensmittel, vergangene Speisepläne und gesundheitliche Ziele und Restriktionen.

Natürlich nur Daten, die Sie dem System zur persönlichen Verwendung geben. Das alles in einem privaten Datenraum und ergänzt um lokale Angebote durch von Ihnen ausgewählte Anbieter, bei denen Ihr System nachfragt.

Die Daten bleiben bei Ihnen. Die Implementierung ist leichter als bei der H316 von Honeywell. Programmiert wird nicht mehr, es werden bestehende Apps aktiviert, verbunden und Anweisungen in Klartext gegeben.

Kostenfrei ausprobieren lässt es sich z. B. unter www.ibm.com/watson und dann „Try free on Bluemix“.

Auch wenn Cloud-Lösungen unter dem Weihnachtsbaum nicht so gut aussehen wie die H316. Zumal da noch die Schürze dabei war.

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