Coverstory 1611 MAG 1611

Erweiterte Realität wird Wirklichkeit

[shutterstock: 551483845, Stepan Kapl]
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Geschrieben von Thomas Vorhauer, Atos

Theoretische Möglichkeiten und Alltagsrealität liegen bei kaum einem IT-Thema weiter voneinander entfernt als bei Industrie 4.0. Doch Fertigungsunternehmen geraten hier von mehreren Seiten unter Druck.

Kunden fragen nach individuellen Angeboten und maßgeschneiderten Produkten. Auch Wettbewerber sind kontinuierlich auf Optimierungskurs und neue Anbieter, etwa Technologiefirmen, wildern im früheren Hoheitsgebiet klassischer Industrieunternehmen.

Um diese Ansprüche zu erfüllen und für die Zukunft gewappnet zu sein, brauchen Unternehmen neben innovativen Produkten auch Services, Technologien und Prozesse, die Schritt halten oder sogar einen Schritt voraus sind.

Bei der Einführung neuer Prozesse und Analysemethoden ist ein strukturierter und ganzheitlicher Ansatz entscheidend – das operative Geschäft muss ja parallel weiterlaufen und sollte erst nach und nach modernisiert werden.

Welche Möglichkeiten der Fabrik der Zukunft im Einzelfall genutzt werden können, zeigen Discovery-Workshops, wie sie Atos anbietet. Dabei werden exemplarische Anwendungsfälle besprochen und auf Umsetzbarkeit im Unternehmen geprüft.

Die Atos-Experten bringen einen umfangreichen Erfahrungshorizont mit, der Unternehmen auf jeder Entwicklungsstufe adressiert. Gemeinsam mit dem Kunden wird bewertet, welche Auswirkungen die Use Cases auf den Geschäftserfolg haben und welche Chancen sich dadurch eröffnen.

Am Ende zeigt eine Roadmap Handlungsempfehlungen auf. Das Unternehmen sieht so transparent, wo das IoT tatsächlich einen Mehrwert bietet – und welches Konzept besser eine Idee bleibt.

Die vernetzte Fabrik der Zukunft bietet zahlreiche Möglichkeiten:

  • Daten von Maschinen sammeln
  • Produktionen mit Losgröße 1
  • Unterstützung durch Augmented Reality/Erweiterte Realität
  • durchgängige Predictive-Maintenance- und Service-Lösungen
  • den Einsatz von Additive Manufacturing (3D-Druck).

Auch aus den Fachbereichen kommen häufig Impulse für neue Wege in der Produktion.Ein ganzheitlicher Ansatz ist entscheidend, um die digitale Transformation erfolgreich zu gestalten.

Es gilt die Losung „Think Big – Start Small – Move Fast“.

Nicht nur IT und Management sollten ins Boot geholt werden, auch die Fachbereiche sollten mitreden, kennen sie doch meist die Probleme aus der Praxis und die Kundenwünsche.

Schließlich bezieht ein umfassendes Industrie-4.0-Konzept zahlreiche Komponenten, Tools und Prozesse ein, anschaulich gemacht an vorausschauender Wartung: Ein Flight Manager kann etwa den Zustand eines Flugzeugs kontinuierlich überwachen, egal wo sich die Maschine befindet.

Ein möglicher Ausfall der Maschine kann so vorhergesagt und die Wartung optimiert werden. Es verringern sich Ausfallzeiten, Zusatzkosten und Sicherheitsrisiken.

Bei einem Servicetermin kommen dann als Unterstützung für den Servicemitarbeiter sogenannte Smart Glasses mit der Augmented Reality Technology (Erweiterte Realität) oder Wearables (intelligente Handschuhe) zum Einsatz.

Turbine

Der Servicemitarbeiter hat bereits alle für den Wartungsfall benötigten Informationen bzw. Ersatzteile vorliegen und kann so die entsprechenden Bauteile austauschen.

Dank der Anbindung an alle relevanten Warenwirtschafts- und Logistiksysteme können notwendige Ersatzteile vom nächstgelegenen Lager bereits im Vorfeld bestellt oder im Idealfall per 3D-Druck direkt vor Ort produziert werden.

In dieses Szenario fließen zahlreiche Technologien ein:

  • Augmented Reality/Erweiterte Realität
  • Additive Manufacturing
  • SAP Predictive Analytics
  • SAP Predictive Maintenance auf Basis der Hana-Cloud-Plattform

Ein wichtiger Bestandteil, Industrie 4.0 Wirklichkeit werden zu lassen, ist die Atos-Industrial-IoT-Plattform. Sie ermöglicht den Online-Zugriff auf Sensordaten in Echtzeit und stellt diese zwischen Folgeprozessen, Applikationen oder etwa Data Analytics über gesicherte Zugänge sicher.

Als SAP-Platinum-Partner unterstützt Atos Unternehmen dabei, das Potenzial zu nutzen, das der Verarbeitung und Analyse großer Datenmengen innewohnt. Schließlich liefern Sensoren an Produktionsanlagen oder einer Turbine in naher Zukunft nicht nur Informationen, wann Komponenten ausgewechselt werden müssen, sondern liefern auch Erkenntnisse zur besseren Gestaltung der gesamten Produktionsabläufe und Produktlebenszyklen.

Die detaillierten Maschinendaten helfen nicht nur den Technikern, sondern auch der Produktentwicklung, dem Einkauf und dem Controlling.

Die Möglichkeiten sind scheinbar endlos. Deshalb ist es wichtig, eine umfassende ­Roadmap zu erstellen – und diese regelmäßig anzupassen. Denn der technologische Fortschritt steht nicht still.

Über den Autor

Thomas Vorhauer, Atos

Thomas-Vorhauer ist Head of Industrie 4.0/IoT bei ATOS Germany.

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