MAG 1609 Wirtschaft

DACH-Beratungsmarkt wächst um eine Milliarde

[shutterstock.com:Aleksandr536978848, Khakimullin]
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Geschrieben von E-3 Magazin

Die deutsche Fertigungsindustrie verschaffte den Beratern 2015 mithilfe von Industrie 4.0 einen starken Nachfrageschub. Das Wachstum in Deutschland stieg um 6,5 Prozent auf 7,5 Milliarden Euro und übertraf damit den DACH-Beratungsmarkt.

Die starke deutsche Nachfrage nach Beratern führte zu einem Wachstum des DACH-Beratungsmarktes um 1 Milliarde Euro auf 8,7 Milliarden Euro in nur zwei Jahren.

Der Beratungsmarkt der Schweiz näherte sich 2015 der 1-Milliarden-Euro-Marke und wuchs um 5,7 Prozent auf 943 Millionen Euro. In Österreich war ein Wachstum von lediglich 2,9 Prozent auf 265 Millionen Euro zu verzeichnen.

Diese Ergebnisse wurden heute im neuen DACH-Bericht von ­Source Global Research, einem internetionalen Analyseunternehmen, veröffentlicht.

Dem Bericht zufolge verzeichneten zwar alle Wirtschaftszweige der DACH-Region 2015 ein Wachstum, doch hoben sich einzelne Branchen wie beispielsweise Finanzdienstleistungen mit einem Wachstum von 7,1 Prozent auf drei Milliarden Euro und der Fertigungsbereich mit einem Wachstum von 8,9 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro deutlich vom Rest ab.

Strategieberatung bleibt weiterhin die größte Dienstleistung in DACH, mit einem Wachstum von 6,1 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro. Der Bereich Risiko & Regulierung jedoch ist mit einem Anstieg von 8,9 Prozent auf 707 Millionen Euro aufgrund wachsender Besorgnis über Internetsicherheit die am schnellsten wachsende Dienstleistung.

Edward Haigh, Direktor von Source Global Research, verdeutlicht:

„Die Beratungsaufwendungen in der Fertigungsbranche wurden größtenteils von der Automobilindustrie getätigt. Diese vergab beinahe die Hälfte der Beratungsaufträge im gesamten Fertigungssektor der DACH-Region und offenbart ein erhebliches und wachsendes Interesse an Industrie 4.0.

Im Jahr 2015 wollten Unternehmen die praktischen Aspekte von Industrie 4.0 in den Griff bekommen, von theoretisch-strategischen Diskussionen Abstand nehmen und Ideen in die Realität umsetzen.“

Der Bericht von Source stellt fest, dass in der Finanzdienstbranche nichts auf eine Abschwächung der regulatorischen Belastung hindeutet. Beratungsfirmen sollten unbedingt das richtige Modell anwenden, um in diesem Marktsegment tätig zu werden, wenn sie davon profitieren wollen.

Digitalisierung sucht Berater

2015 war das Jahr, in dem die Mitarbeiter der DACH-Region handelten, anstatt über die Digitalisierung nur zu sprechen. Die Unternehmen wechselten endlich von der Entdeckungs- in die Umsetzungsphase über.

Während dies nicht auf alle Wirtschaftszweige zutraf, ist die Digitalisierung für die meisten Unternehmen nicht nur im Front Office von Interesse, um die Interaktion mit den Kunden zu verbessern, sondern auch zur Leistungssteigerung des Back Office und um das Geschäftsmodell voranzutreiben, insbesondere in Form von Industrie 4.0.

Im Zuge dessen wuchsen Beratungsdienste im Technikbereich in der DACH-Region um 8,2 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro. Gleichzeitig setzte sich der Einbruch bei „herkömmlichen“ Technologie-Aufträgen wie SAP- und ERP-Initiativen fort, und Aufträge wurden vornehmlich in standardisierten Bereichen mit hohem Wettbewerbsdruck vergeben, was die Preise weiter sinken ließ.

Laut dem Bericht von Source ist Nahverlagerung, insbesondere nach Osteuropa, für DACH-Berater ein zunehmend wichtig werdender Mechanismus bei ihren Versuchen, die schlimmsten Auswirkungen der Kommodifizierung zu parieren.

Nahverlagerung wird jetzt aufgrund der geografischen Nähe, sprachlichen Fähigkeiten sowie der Verfügbarkeit relevanter Branchen und Fachkenntnisse häufig als sehr viel attraktiveres Angebot gesehen als die Verlagerung in entlegene Länder, zum Beispiel nach Indien.

Die Konvergenz war auch beim DACH-Beratungsmarkt 2015 ein wichtiger Faktor. Die Consulting-Unternehmen waren bestrebt, ihre Kunden davon zu überzeugen, dass sie in der Lage sind, alle Wünsche zu erfüllen, um an große, besonders begehrte Transformationsprojekte zu kommen.

Trotz des Wunsches nach Unkompliziertheit und Verantwortung bei der Zusammenarbeit mit Beratungsunternehmen bleiben Kunden skeptisch gegenüber Dienstleistern, die alles aus einer Hand anbieten.

Die Beratungsfirmen reagieren darauf, indem sie Partnerschaften mit anderen Firmen eingehen, um so unterschiedliches Know-how einzubringen und so das Beste aus zwei Bereichen zu vereinen.

Über den Autor

E-3 Magazin

Information und Bildungsarbeit von und für die SAP-Community.

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