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Sicherheitspolitik und effektive Lösungen

[shutterstock.com:96088493, Dave Clark Digital Photo]
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Geschrieben von Mariano Nunez, Onapsis

SAP-Implementierungen rücken zunehmend in den Fokus externer und interner Angreifer. Geeignete Softwarelösungen und umfassende Sicherheitsstrategien setzen SAP-Sicherheit effektiv um.

Die Verbreitung der Invoke-Serv­let-Schwachstelle bei nicht aktualisierten oder fehlkonfigurierten SAP-NetWeaver-Implementierungen zeigt aktuell die Defizite in der Sicherheit von SAP-Implementierungen.

Obwohl bereits vor sechs Jahren ein Patch von SAP bereitgestellt wurde, gibt es noch im Frühjahr 2016 bei 36 Unternehmen in den USA, Großbritannien, Deutschland, China, Indien, Japan und Südkorea Indizien für einen Exploit der Sicherheitslücke.

13 der betroffenen Unternehmen generieren mehr als 13 Milliarden Dollar Umsatz im Jahr. Die Schwachstelle kann die vollständige unautorisierte Steuerung betroffener SAP-Systeme ermöglichen.

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Da es am Willen für bessere SAP-Sicherheit kaum mangeln dürfte, mangelt es offenbar an Ressourcen. Abhilfe tut not: Eine Schlüsselkomponente sind kontextsensitive Lösungen zur Inventarisierung und Überwachung von Schwachstellen sowie zum Erkennen und sofortigen Reagieren auf ungewöhnliche Ereignisse und Zugriffe.

Sie ermöglichen und verlangen einen umfassenden Sicherheitsprozess, um solche Pannen zu vermeiden.

Ein Fünf-Punkte-Plan hilft, den SAP-Sicherheitsprozess unternehmensweit aufzusetzen und umzusetzen:

  1. SAP-Topologie aufschlüsseln: Die Analyse der SAP-Infrastruktur verschafft einen Überblick über alle SAP-Systeme – auch der Systeme für Entwicklung und Qualitätsmanagement.Eine automatisierte und kontinuierliche Topologisierung zeigt, welche Geschäftsprozesse ein System unterstützt und welche Informationen jedes System speichert und verarbeitet. Auswirkungen von Schwachstellen lassen sich erst dadurch abschätzen.
  2. Risiken erkennen und bewerten: Der nächste Schritt ist die Inventarisierung und Bewertung von Risiken, die aus Fehlkonfigurationen in der Implementierung resultieren. Die Bewertung erfolgt von den Branchenanforderungen oder der Sicherheitspolitik in Unternehmen. Im nächsten Schritt lassen sich die Abwehrmaßnahmen priorisieren.
  3. Stakeholder an einen Tisch: Für eine SAP-Infrastruktur sind meist mehrere Akteure zuständig. Der Dialog gestaltet sich aber schwierig. SAP-Fachabteilungen, Informationssicherheitsteams sowie CISOs und CDOs stimmen sich oft nicht ab. Fachabteilungen konzentrieren sich auf die Produktivität der SAP-Systeme.Der C-Level sieht vielleicht nicht, dass SAP-Sicherheit ein Bestandteil der übergreifenden IT-Sicherheitsstrategie sein muss. IT-Security-Administratoren fehlt oft der Überblick über die SAP-Anwendungen und deren Datenaustauch. Geringer Informationsaustausch und eine unklare Verteilung von Zuständigkeiten sind die Ursache für Mängel in der SAP-Sicherheit.Die Inventarisierung und Bewertung der Risiken und Schwachstellen schafft die Diskussionsgrundlage, mit der alle Beteiligten die Probleme erkennen und Verantwortlichkeiten nun klar und fair verteilt werden können.
  4. Aktionsplan definieren: Ein gemeinsamer Aktionsplan integriert SAP-Sicherheit in bestehende Sicherheitsinitiativen und nutzt auch das vorhandene IT-Sicherheits-Framework. Dafür bietet sich ein flexibler Ansatz an, der Maßnahmen zur Vorbeugung, Erkennung und Abwehr von Bedrohungen vereint. Gute Kriterien für einen solchen Sicherheitsplan bieten etwa die CIS-(Critical Security Controls)-Kriterien von sans.org. Ergänzend sollten Unternehmen Dienste implementieren, die stets über aktuelle, sowohl allgemeine als auch SAP-spezifische IT-Sicherheitsrisiken informieren. Ein wichtiger Bestandteil des Aktionsplans ist die Aktualisierung von SAP-Systemen durch die Patches des Herstellers.
  5. Fortschritt messen: Der CISO definiert die gemeinsamen Ziele der unternehmenseigenen SAP-Sicherheitspolitik und misst die Fortschritte dank kontinuierlichen Assessments der Sicherheitslage. Moderne Technologien stellen Delta-Berichte zur Verfügung, welche die Veränderungen der Sicherheitskonfiguration dokumentieren.

SAP-Sicherheit wird machbar, sobald technische Lösungen die Umsetzung einer Sicherheitsstrategie ermöglichen, die im nächsten Schritt Teil der allgemeinen IT-Sicherheit eines Unternehmens wird.

Aktuell gibt es einen großen Nachholbedarf bei Unternehmen, der schon bei der strittigen oder nicht vorhandenen Zuteilung der Verantwortlichkeiten anfängt: SAP-Fachabteilungen, Informationssicherheitsteams sowie CISOs und CDOs gehen oft nicht miteinander abgestimmt vor.

Fachabteilungen konzentrieren sich mehr auf die Produktivität der SAP-Systeme. Der C-Level sieht bisweilen nicht, dass SAP-Sicherheit ein Bestandteil der übergreifenden IT-Sicherheitsstrategie sein muss.

IT-Security-Administratoren fehlt oft der Überblick über die Geschäftsanwendungen und den Datenaustauch. Eine unklare Verteilung von Zuständigkeiten und geringer Informationsaustausch sind oft die Ursache für Mängel in der SAP-Sicherheit.

Konsequente SAP-Sicherheitspolitik beginnt daher erst einmal mit der Schaffung einer Diskussionsgrundlage durch kontinuierliches Assessment und Bewertung von Risiken für alle Beteiligten. Doch diese Ergebnisse müssen auch in die allgemeine IT-Sicherheitspolitik eingebunden werden.

Über den Autor

Mariano Nunez, Onapsis

Mariano Nunez ist CEO bei Onapsis.

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