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Rolle vorwärts

Interview
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Geschrieben von E-3 Magazin

Jens Basan von der Geschäftsleitung Consulting Deutschland bei Itelligence spricht im E-3 Exklusivinterview über das neue Rollenbild der SAP-Berater angesichts der digitalen Transformation.

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Industrie 4.0, Smart Factory, IoT – wie verändern diese Trends die Rolle von SAP-Beratern?

Jens Basan: Zukünftig wird es noch stärker als SAP-Berater darauf ankommen, das Wissen um die Prozesse in den verschiedenen Branchen zusammenzuführen mit dem Gespür, welche Schritte sich dabei in welcher Form digitalisieren lassen.

Dafür werden die Berater neben dem Prozessverständnis ein möglichst umfangreiches Wissen über einsetzbare Technologien benötigen. Nur in der Kombination aus beiden Aspekten werden sich sinnvolle Ideen entwickeln und umsetzen lassen.

Wie unterscheidet sich das vom klassischen Customizing?

Basan: Das Customizing in einem vorgegebenen Framework ist ein Auslaufmodell. Heute geht es um das Gesamtdesign von Prozessen: Welche Prozesse kann ich unterstützen, ändern, hinzufügen oder verbessern?

Vieles lässt sich heute ganz neu gestalten, weil wir neue Technologien haben – zum Beispiel vernetzte Sensoren, internetfähige Maschinen, mobilen Geräte oder die Echtzeit-Funktionen von Hana.

Dazu gibt es die verschiedenen Implementierungen: on-premise, in der Cloud oder hybride Szenarien. Es reicht nicht mehr, nur auf einen Teilbereich zu schauen. Die horizontale Integration zählt. Alles muss zueinander passen.

Ein neues Rollenbild hieße ja, dass die SAP-Berater auch in einem neuen persönlichen Umfeld arbeiten

Ist das so?

BasanBasan: Absolut. Die Ansprechpartner der Kunden sind nicht länger primär technisch orientiert. Sie gehören oft der Geschäftsführung oder Fachabteilungen an. Diese muss man verstehen und begleiten können. Zudem bilden sich ganz neue Jobprofile heraus.

So kann es sein, dass man als Berater zukünftig mit einem Data Scientist oder einem Service Designer spricht oder deren Anforderungen verstehen und mitgestalten muss. Aber auch im Beratungsumfeld werden sich damit erweiterte Rollen wie zum Beispiel die eines UI/UX-Designers stärker herausbilden.

Die Konzentration auf ein SAP-Modul ist nicht mehr allein entscheidend, denn diesen Ansprechpartnern ist es egal, welche Technologien eingesetzt werden. Die Ansprechpartner haben eine hohe Erwartungshaltung. Sie wollen Prozesse in sehr kurzer Zeit einführen und geschäftliche Vorteile sehen.

Ändert sich dadurch auch die Arbeitsweise der Berater?

Basan: Diese Erwartungen erfordern auch mehr Agilität in der Vorgehensweise. Als Berater wird man nicht mehr nur an einem Riesenziel über viele Quartale hinweg im Waterfall-Stil arbeiten.

Die Herausforderung wird darin bestehen, das Gesamtziel in einzelne Liefereinheiten zu zerlegen. Die Berater müssen sich Zwischenziele setzen, diese erreichen und schnell in Produktion bringen. Und dann ganz kurz durchatmen – und weiter geht es, zum nächsten Thema.

Was müssen SAP-Berater heute dafür mitbringen?

Basan: Neugierde. Offenheit. Spaß an Innovation und Zusammenarbeit.

Gibt es noch andere Fähigkeiten, die einen modernen Berater auszeichnen?

Basan: Wir suchen in neuen Mitarbeitern stets eine Balance aus technologischem Anspruch und feinen Antennen für Zwischenmenschliches. Der menschlich integrative Part, den unsere Berater im Kundenprojekt einnehmen, ist – aus unserer Sicht – essenziell für den Projekterfolg und nimmt somit bei der Personalsuche und -auswahl einen immer wichtigeren Part ein.

Können Sie genauer erläutern, wann und wie die angesprochenen Soft Skills im Kundenprojekt zum Einsatz kommen?

Basan: Eine weitere Herausforderung ist das Thema Kommunikation, insbesondere die Vernetzung innerhalb des Unternehmens als auch im Projekt. Hierbei ist es erforderlich, die Kommunikationszeitpunkte richtig zu identifizieren und adressatengerecht aufzutreten, sei es im fachlichen Austausch mit dem Anwender oder aber im direkten Dialog mit dem Geschäftsführer.

Zukünftig wird es immer wichtiger werden, die Rahmenbedingungen der Digitalisierung nicht nur technisch zu verstehen, sondern auch zu erkennen, inwieweit wir als Menschen in diesem Gesamtspannungsfeld der Digitalisierung eingebunden sind.

Denn nur wer es versteht, in kritischen Situationen den richtigen Ton zu treffen, besitzt das richtige Handwerkszeug, um erfolgreich anspruchsvolle Projektsituationen zu meistern.

Suchen Sie nach einem speziellen Typ Mensch, um diese Rolle auszufüllen?

Basan: Einerseits suchen wir erfahrene Beraterinnen und Berater, die sich auf die digitale Revolution voll einlassen. Wir sehen uns hierbei auch als Unternehmen in der Pflicht, entsprechende Angebote zu machen, um unsere Berater in diesem Sinne zu fördern und dafür zu sorgen, dass sie immer auf dem letzten Wissensstand sind.

Andererseits suchen wir Absolventinnen und Absolventen, die schon in dieser immer stärker digitalisierten Welt aufgewachsen sind und die Spaß an der permanenten Weiterentwicklung dieser Welt haben.

Sind Apps aus dem Consumerbereich Treiber der digitalen Transformation?

Basan: Viele Apps auf Smartphones und Tablets bilden Kleinstprozesse für den Privatbereich ab und erleichtern den Menschen etwas, zum Beispiel fit zu bleiben, direkten Zugang zu Informationen zu haben, schnell miteinander zu kommunizieren oder auch personalisierte Serviceangebote anzunehmen.

Die digitale Transformation in Unternehmen geht in eine ähnliche Richtung: Die Prozesse sollen einfach erscheinen, intuitiv abgebildet und bestmöglich unterstützt werden.

Dazu gibt es täglich neue Technologien und Ansätze. SAP-Technologie bleibt ein Core-Bereich, aber die Fähigkeit, daran Ergänzungen anzudocken, wird immer wichtiger.

Wer gerne Apps nutzt, sollte SAP-Berater werden?

Basan: Als Berater sollte man einfach Lust haben, schnell Informationen über solche neuen technischen Möglichkeiten aufzusaugen. Und dann muss man Spaß daran haben, über Collaboration mit Kollegen zu verifizieren, ob diese Technologien tatsächlich geeignet sind, die Prozesse zu verbessern, an denen man gerade arbeitet.

Es gibt keine Abstriche bei den grundsätzlich benötigten Branchen-, Prozess- und Beratungskompetenzen. Aber der Berater muss mehr Puzzlestücke anheben, prüfen und zusammensetzen als früher.

Und was kann ein Beratungshaus über ein gutes Recruiting hinaus tun, damit die Berater diese neuen, hohen Erwartungen erfüllen?

Basan: Drei Dinge stehen im Vordergrund, damit jeder Berater sein volles Potenzial ausschöpft:

  1. Erstens stellen wir aktuelle Informationen über neue Technologien in verdaubaren Häppchen bereit, zum Beispiel in kurzen Videos, welche dann zu beliebigen Zeitpunkten konsumiert werden können.Wir haben uns sehr früh mit der digitalen Transformation befasst und in Forschungsprojekten aktiv eingebracht. Dadurch haben wir in diesen Bereichen Experten, die ihr Wissen intern teilen.
  2. Zweitens setzen wir auf die Vorteile direkter und schnell aktualisierbarer Social-Media-Plattformen, wie unser Itelli-TV, Online-Foren oder Webinare. Damit sind Informations-Sharing und die notwendige Vernetzung unserer Mitarbeiter problemlos möglich.
  3. Drittens kommt uns als Beratungshaus die Aufgabe zu, für jede Aufgabe den richtigen Mix an Leuten zusammenzustellen: Oft bringen junge Berater und Absolventen neue Ideen, Tools und Perspektiven ein.Die Erfahrenen bringen das Branchen-Know-how, die Prozesskompetenz und auch das notwendige Bewusstsein für weitere Themen, wie zum Beispiel auch Security-Aspekte, mit.

Und beide Seiten lernen voneinander?

Basan: Genau. Wir tun also eine Menge, damit unsere Mitarbeiter die neue Rolle ausfüllen und jeden Tag mit Spaß an die großen Herausforderungen gehen.

Wir suchen immer Persönlichkeiten, die die digitale Transformation begrüßen, begreifen und mitgestalten wollen.
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Doppelt erfolgreich

Gleich zwei SAP Pinnacle Awards sind in diesem Jahr an Itelligence gegangen.

Der Bielefelder Mittelstands-Spezialist erhielt die Ehrungen in den Kategorien „Global Value-Added Reseller“ und „SAP S/4 Hana Adoption Partner of the Year“.

SAP zollt Itelligence damit Anerkennung als Partner, der in der Entwicklung und im Wachstum seiner Partnerschaft mit SAP herausragt und so den Erfolg der Kunden vorantreibt.

SAP wählt die Spitzenvertreter ihrer Partner aufgrund von Empfehlungen aus der SAP-Welt, Kunden-Feedback sowie Performance-Indikatoren.

Kevin Ichhpurani, Executive Vice President bei SAP für den Bereich Strategic Business Development & Global Ecosystem, gratulierte Itelligence zu den zwei „wohlverdienten“ Awards:

„Die Gewinner des SAP Pinnacle Awards repräsentieren die herausragenden Partner in unserer Gemeinschaft.“

Und Rodolpho Cardenuto, President, SAP Global Channels & General Business, ergänzte:

„Der Gewinn von zwei SAP Pinnacle Awards ist eine gewaltige Leistung und ein Erfolg, auf den Itelligence stolz sein kann. Nur 16 Unternehmen in unserem Partner-Ökosystem von mehr als 13.000 Partnern erhalten diese Anerkennung.“

Die SAP Pinnacle Awards sollen bemerkenswerte Leistungen von SAP-Partnern ins Rampenlicht stellen. Sie würdigen unter anderem ihren Einsatz für Teamwork, innovative Ansätze und die Fähigkeit, jede Herausforderung anzunehmen, um Kunden beim Erreichen ihrer Ziele zu helfen.

Doppelt
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E-3 Magazin

Information und Bildungsarbeit von und für die SAP-Community.

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