Coverstory 1607 MAG 1607

Mit Hana schneller schlauer?

[shutterstock.com:370824110, Sergey Nivens]
[shutterstock.com:370824110, Sergey Nivens]
Geschrieben von Ulrich Meine, Itelligence

Um die In-memory-Datenbank ranken sich verschiedenste Mythen. Manche stammen aus der Zeit, als Hana den Kampf gegen traditionelle Datenbanken aufnahm, andere sind dem Missverständnis geschuldet, dass Datenbankperformance an sich schon ein großer Heilsbringer wäre.

[av_textblock size=“ font_color=“ color=“] Meine UlrichUm sich das volle Potenzial der SAP-Plattform zu erschließen, muss man Abschied von ein paar liebgewonnenen Vorurteilen nehmen. Sicherlich der verbreitetste Mythos ist der, dass die Geschwindigkeit von Hana ihren wesentlichen Vorteil darstellen würde.

Dieses Missverständnis hat SAP selbst zu verantworten: Anfangs hat der Hersteller vor allem die Tatsache hervorgehoben, dass man mit Hana Informationen in wesentlich kürzerer Zeit verarbeiten kann als mit traditionellen Datenbank-Plattformen.

Das Ergebnis

Viele Unternehmen versuchen seither auszurechnen, welche Kosten sie mit um einige Hundert Millisekunden beschleunigten Transaktionen einsparen können. Und finden keine Lösung.

Obwohl Hana tatsächlich sehr schnell ist, würde dies selten die Kosten für eine Migration rechtfertigen.

Die Wahrheit ist: Es geht nicht allein um die Beschleunigung bei der herkömmlichen Verarbeitung von Daten. Was wirklich zählt, ist, wie ein Unternehmen diese Geschwindigkeit in Innovationen ummünzt: Es geht etwa darum, mit Big-Data-Ansätzen den gesamten Datenpool in Echtzeit zu untersuchen, um zum Beispiel das Kundenverhalten besser vorherzusagen und Marketingaktionen darauf anzupassen oder um die Lagerhaltung zu optimieren.

Das Internet der Dinge bietet ganz neue Möglichkeiten des Einblickes in Produktionsprozesse, -steuerung und -wartung. Sie lassen sich aber nur in vollem Umfang nutzen, wenn Daten von Tausenden Geräten in Echtzeit verarbeitet werden – mit klassischen Datenplattformen ist das unmöglich.

Geschwindigkeit ist Mittel, nicht Zweck

Neben Echtzeit-Analysen großer Datenmengen und der Anbindung Tausender Datenlieferanten des IoT bietet Hana aber auch Konsolidierung, Integration und Vereinfachung.

Daten aus unterschiedlichsten Quellen werden in einer zentralen Plattform zusammengeführt. Endlich können Unternehmen die lange ersehnte einheitliche Datenbasis erhalten.

Dieser „Single Point of Truth“ ist zugleich die Grundlage für eine neue Generation von Business-Intelligence-Tools und für Predictive Analytics.

Die vielzitierte Geschwindigkeit ist also letztlich nur der Enabler, um große Datenmengen besser zu verwalten, zu analysieren und zu nutzen. Mit langsamen Lösungen braucht man das gar nicht erst zu versuchen.

Diese Erkenntnis hilft vielen Unternehmen, sich auf die eigentlichen Stärken des In-memory Computing zu fokussieren.

Investitionen teurer als Stillstand?

Ein weiterer Mythos, der im Zusammenhang mit Hana immer wieder bemüht wird, sind die mit der Anschaffung verbundenen Kosten. Doch ob die In-memory-Datenbank ihren Preis wert ist, entscheidet sich nicht allein beim Blick aufs Preisschild.

Der wahre Kern dieses Mythos: In-memory-Technologie ist heute tatsächlich teurer als Festplattenspeicher. Und Hana benötigt beides, Hauptspeicher und Festplatten. Wenn Firmen dann einen einfachen 1:1-Ersatz ihrer bisherigen Datenbankplattform planen, errechnet sich gegebenenfalls eine beeindruckend hohe Anfangsinvestition bei der Anschaffung von Hana. Ein Fehler – bei einem genauen Blick auf die Kostenstruktur ergibt sich aus verschiedenen Gründen ein differenzierteres Bild:

  1. Effizienz: Hana sorgt für eine effizientere Datenspeicherung, die das Datenvolumen erheblich reduzieren kann. Die Optimierung der auf Hana aufbauenden Applikationen trägt dabei wesentlich dazu bei, das Potenzial und die Effizienz der In-memory-Technologie auszunutzen.Der Wandel von SAP ERP zu S/4 ist das präsente Beispiel dafür. Der Weg hin zu einem schon erwähnten „Single Source of Truth“ lässt ergänzend an anderer Stelle mittelfristig Kosten für IT-Ressourcen wegfallen, zum Beispiel für Data Warehouses. Direkte Folge: Der Verwaltungsaufwand reduziert sich.
  2. Cloud Provisioning: Wer die Anfangsinvestitionen klein halten will, kann Hana bei einem Cloud-Provider hosten lassen. Dieser Ansatz ermöglicht es Unternehmen, klein anzufangen und die Lösung sukzessive mit den Bedürfnissen wachsen zu lassen. Personal- und Schulungsaufwand entfallen.
  3. Benutzerfreundlichkeit: Mit der Einführung von Hana und angepassten Anwendungen ergibt sich auch die Chance zum Einsatz neuer Benutzeroberflächen, die den Anwendern die Arbeit spürbar erleichtern können.Die SAP-Fiori-Oberfläche erfordert nur wenig Schulungsaufwand und lässt sich individuell anpassen. So lassen sich moderne Nutzerschnittstellen schaffen, die ein schnelles Eintauchen in die Hana-Datenpools ermöglichen.
  4. Innovation: Mit der Möglichkeit, Big Data und Informationen des Internet of Things in vollem Umfang nutzbar zu machen, ergibt sich für Unternehmen erst die technische Grundlage, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln und zusätzliche Umsatzpotenziale zu erschließen.

Über Geschwindigkeit hinaus bietet Hana also vor allem eines: Zukunftspotenzial. Mit Hana können Daten aus unterschiedlichsten Quellen in einer zentralen Plattform zusammengeführt und große Datenvolumina überhaupt erst erschlossen werden.

Auf diese Weise erhalten Anwender die richtigen Daten zur richtigen Zeit. Das Management gewinnt schneller Erkenntnisse und kann schneller passende Maßnahmen umsetzen.

Es gilt also, sich mit seinen Prozessen und Geschäftsmodellen auf Hana einzulassen, um das volle Potenzial der digitalen Transformation auszuschöpfen.

Neue Funktionalitäten wie Predictive Analytics übersteigen die Möglichkeiten traditioneller Datenbanken bei Weitem. Und gerade sie sorgen dafür, dass Unternehmen im Wettbewerb auf Dauer die Nase vorn haben.
[/av_textblock] [av_promobox button=’no‘ label=’Klick mich‘ link=’manually,http://‘ link_target=“ color=’theme-color‘ custom_bg=’#444444′ custom_font=’#ffffff‘ size=’large‘ icon_select=’no‘ icon=’ue800′ font=’entypo-fontello‘ box_color=’custom‘ box_custom_font=’#020202′ box_custom_bg=’#edd9fe‘ box_custom_border=’#020202′ custom_class=“ admin_preview_bg=“]

Wissen für die digitale Transformation

Dienstag, 13.09.2016, 14:30–16:00

S/4 Hana Transition Design Thinking Workshop

S/4 Hana Enterprise Management ist die neue Software-Generation, die alle digitalisierten Prozesse eines Unternehmens abbildet. Aber was steckt hinter dieser neuen Lösung? Von welchen Neuerungen können Unternehmen profitieren? Was bedeutet dies für die IT-Strategie?

Freitag, 23.09.2016, 13:00–14:00

S/4 Hana Enterprise Management als Rückgrat neuartiger Geschäftsmodelle und Prozesse

Die digitale Revolution verändert Geschäftsmodelle und Geschäftsprozesse. Dafür muss ein Prozess-System aus der Flut der Daten Informationen gewinnen und über diese die Prozesse steuern. Der Vortrag zeigt auf, warum Hana und S/4 Hana hierfür das Mittel der Wahl sind – auch und vor allem für den Mittelstand.

Freitag, 23.09.2016, 14:30–15:00

HCP – mit dem bestgehüteten Geheimnis von SAP die digitale Transformation meistern

Die Hana-Cloud-Plattform (HCP) wird als das bestgehütete Geheimnis von SAP bezeichnet. Dabei können mithilfe der HCP neuartige Prozessintegrations-, Erweiterungs- und Entwicklungs-Szenarien dargestellt werden, die für die digitale Transformation wegweisend sein werden. Der Vortrag zeigt auf, wie und warum auch mittelständische Unternehmen von HCP-Ansätzen profitieren werden.
[/av_promobox]

Über den Autor

Ulrich Meine, Itelligence

Ulrich Meine ist Director Global Managed Services und Head of Product Management Hosting bei Itelligence.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

AdvertDie Meinung 2