[shutterstock.com:566883613, cluckva]

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IoT im Mittelstand

Obwohl Marktanalysten wie Gartner und IDC für 2016 ein enormes Wachstum und hohe Investitionsvolumina im Bereich IoT prognostizieren, tun sich insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) noch schwer mit der Planung und Umsetzung eigener Projekte.

Das Internet der Dinge stand auch in diesem Jahr sowohl auf der CeBIT als auch auf der Hannover Messe wieder im Fokus der Aussteller. Städte, Unternehmen und Hersteller präsentierten zahlreiche Anwendungsfälle und Lösungen für Industrie 4.0, Smart City, ConnectedCar und SmartHome.

Zu den größten Hürden für KMUs gehören neben Datenschutz- und Sicherheitsbedenken (vor allem für Consumer-IoT-Geräte und im Gesundheitsbereich) häufig auch klare IoT-Ziele und sowie Unsicherheit bei der Wahl geeigneter Technologieanbieter.

Ein weitverbreiteter Irrtum ist insbesondere bei Start-ups und KMU der Gedanke, IoT-Anwendungen seien nur etwas für die großen und etablierten Unternehmen. Dabei bietet das Internet der Dinge gerade für sie eine Reihe von Chancen und Möglichkeiten.

Tatsächlich können KMU und Start-up-Unternehmen mindestens genauso wettbewerbsfähig sein wie ihre großen Konkurrenten, indem sie klein bleiben und auf Anwendungen und Technologie setzen statt auf hohe Mitarbeiterzahlen.

Einsatzmöglichkeiten

Die Möglichkeiten für den Einsatz und die Nutzung von IoT-Funktionen sind nahezu unerschöpflich. Sie reichen von jeder einzelnen Phase des Produktlebenszyklus bis hin zu Anwendungsfällen in spezifischen vertikalen Branchen.

Diese zehn Beispiele veranschaulichen, in welchen Bereichen kleine und mittelständische Unternehmen das Internet der Dinge nutzen können, um ihren Wettbewerbsvorteil auszubauen und zu wahren:

Produktmarketing

Sensoren können ganz genau verfolgen, wann und wie ein Produkt eingesetzt wird. Damit liefern sie einen wichtigen Input für den Produktdesign- und Marketingprozess. Die Erfassung von Echtzeitdaten ist oft günstiger, schneller und präziser als Kundenumfragen und Marktforschung.

Produktwartung

Informationen zum Verschleiß von Komponenten können helfen, Wartungs- und Betriebskosten zu senken und ein potenzielles Geräteversagen zu erkennen, ehe es tatsächlich zu Ausfällen kommt.

Wenn beispielsweise eine Druckmaschine während eines Druckvorgangs ausfällt, entsteht ein hoher finanzieller Schaden, einschließlich der Kosten für das Entsenden von Technikern für Notfallreparaturen, eines Verlustes des Kundenvertrauens und möglicher Strafen für eine verspätete Lieferung.

Indem ungewöhnliche Vibrationen gemessen und gemeldet werden oder durch Hitzesensoren, die auf mögliche Geräteprobleme hinweisen, können Techniker proaktiv entsandt werden und einem Geräteausfall vorbeugen.

Produktvertrieb

Durch Überwachen des Zustands und der Nutzung verbundener Komponenten können KMU vorhersagen, wann Kunden Ersatzteile benötigen, und sicherstellen, dass die passenden Produkte auf Lager sind. Der proaktive Verkauf von Ersatzteilen kann außerdem verhindern, dass Umsätze an Drittanbieter verloren gehen.

Produktentwicklung

Durch die Überwachung der Auslastung, der Einstellungen und des Zustands einer Maschine können entsprechende Anpassungen vorgenommen sowie die Auswahl von Produktmaterialien und Produktdesign optimiert werden.

Logistik

Sensoren in großen Frachtcontainern können Echtzeitdaten zu Paketen empfangen und beispielsweise melden, wo sich ein Paket befindet, wie oft es befördert wird und wie sein Zustand ist.

Wenn Unternehmen diese Informationen mit ihrem Lagerverwaltungssystem verknüpfen, können sie Effizienz und Wirtschaftlichkeit erhöhen, Lieferzeiten verkürzen und den Kundenservice verbessern.

Fertigungsprozesse

Anhand detaillierter Informationen über den Zustand, die Einstellwerte und den Verbrauch von Fertigungsanlagen können Probleme, die sich auf das Produktionsniveau auswirken, identifiziert werden und es können entsprechende Gegenmaßnahmen ausgelöst werden, um die Betriebszeit und Effizienz der Anlagen zu erhöhen.

Flottenmanagement

Mithilfe von Sensoren lassen sich Geschwindigkeit, Treibstoffverbrauch, Kilometerstand, Anzahl der Stopps und Motorgesundheit von Außendienstfahrzeugen kontrollieren.

Durch das Überwachen von Fahrzeugzustand und -nutzung können Reparaturen und Instandsetzungen geplant werden, um unerwartete Fahrzeugausfälle zu vermeiden. Außerdem lässt sich Treibstoff-verschwendendes Fahrverhalten identifizieren und den Fahrern können individuelle Fahrtipps gegeben werden.

Neben geringeren Treibstoffkosten und Effizienzsteigerungen bei Instandhaltung und Fahrverhalten lassen sich CO2-Emissionen senken und die Lebenserwartung von Fahrzeugen erhöhen.

Transportwesen

KMU können auf IoT-Anwendungen basierende Services anbieten, um den „Smart City“-Trend zu fördern. Barcelona beispielsweise bietet intelligente Parkscheinautomaten, die über das stadtweite WLAN betrieben werden. Sie liefern den Bewohnern Informationen über freie Parkplätze und ermöglichen das Bezahlen per Smartphone.

Intelligente Bushaltestellen zeigen minutengenaue Ankunftszeiten an und bieten Passagieren zusätzlich Echtzeit-Updates über Touchscreens an.

Landwirtschaft

Mithilfe von Sensoren können Luft- und Bodentemperatur, Windgeschwindigkeit, Luftfeuchtigkeit, Sonneneinstrahlung, Niederschlagsmenge, Blattfeuchte und Fruchtfarbe ermittelt werden.

Landwirtschaftliche Betriebe können ihre Erträge optimieren, indem sie diese Daten nutzen, um bestimmte Faktoren wie Bewässerungszeiten und -mengen sowie Erntepläne anzupassen.

Medizinische Versorgung

Mit IoT-Technologien können Ärzte und Krankenhäuser die Daten von verbundenen medizinischen Geräten sowie von tragbaren Geräten und solchen zur häuslichen Gesundheitsüberwachung erfassen und organisieren.

Durch die erfassten Echtzeitdaten haben Mediziner einen umfassenderen Satz an Patientendaten und können Wechselbeziehungen prüfen sowie die Patientenversorgung mittels besserer Diagnose und Behandlung optimieren.

Der richtige Zeitpunkt für KMU

Angesichts der großen Palette an erfolgversprechenden Tools ist jetzt genau der richtige Zeitpunkt für kleine und mittelständische Unternehmen, um loszulegen.

Ganz gleich, ob IoT-Anwendungen eingesetzt werden, um Lieferketten zu optimieren, Kundeninformationen zu erweitern oder den Energieverbrauch zu verwalten – eines haben alle IoT-Anwendungen gemein: Sie brauchen Konnektivität.

Daten von Remote-Sensoren und -Geräten müssen mit einem oder mehreren Backend-Systemen der Unternehmen kombiniert werden. Dazu gehört auch die Einbindung von CRM, ERP, Lagerverwaltung, Gehaltssystemen, Kundensupport oder anderen Anwendungen, um automatisch Benachrichtigungen oder ganze Geschäftsprozesse auszulösen oder einen umfassenden Überblick über alle wichtigen Informationen zu liefern.

Wahl der richtigen Plattform

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor aus technischer Sicht ist die Wahl der richtigen Systemintegrationsplattform. Sie kann den erforderlichen Datenaustausch und die nötige Automatisierung über alle Systeme hinweg bereitstellen.

Doch nicht alle Integrationsplattformen sind gleich. Unternehmen sollten bei ihrer Entscheidung darauf achten, eine benutzerfreundliche Integrationsplattform mit entsprechendem Funktionsumfang und vorinstallierten ­Adaptern für ihre Haupt-IT-Systeme und speicherinternen Rechenkapazitäten zu wählen, die eine ausfallsichere Echtzeit-Verarbeitung der riesigen, von den Internet-of-Things-Systemen generierten Datenmengen ermöglicht.

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