Die Meinung der SAP-Community MAG 1606 Open Source Kolumne

SAP-Cloud-Infrastruktur mit OpenStack

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Geschrieben von E-3 Magazin

Die OpenStack-Initiativen zeigen deutlich: SAP setzt gezielt auf Open Source und beschleunigt damit die eigene Innovationsgeschwindigkeit. SAP-Kunden sollten sich jetzt OpenStack genauer anschauen.

Dass SAP auf Open Source setzt, ist auch für Kunden eine Chance, das eigene Innovationstempo einmal kritisch unter die Lupe zu nehmen und mit ersten OpenStack-­Projekten die Grundlagen für eine zukünftige SAP-Cloud-Infrastruktur zu legen.

SAP und IoT

Auf der OpenStack-Konferenz 2016, die Ende April in Austin in den USA stattfand, gab es von SAP gleich zwei interessante Vorträge zu sehen.

In einem Keynote-Beitrag berichtete die Referentin darüber, wie OpenStack als Infrastruktur-Layer für eine SAP-basierte IoT-Infrastruktur (Internet of Things) eingesetzt wird.

Erwähnt wurde das IoT-Beispiel „Siemens Mindsphere“. OpenStack bildet hier die Basis für die Hana-Cloud-Plattform, die wiederum als Grundlage für Siemens Mindsphere genutzt wird.

Standardisierte Schnittstellen

Ein anderer Anwendungsfall für OpenStack besteht darin, eine standardisierte Schnittstelle für Cloud-Anwendungen zur Verfügung zu stellen, die Infrastruktur-Dienste benötigen.

Laut dem Vortrag gibt es bei SAP aktuell rund 20 verschiedene Cloud-Infrastrukturen, die durch Firmenübernahmen entstanden sind. Mithilfe von OpenStack-Technologien soll eine „SAP Converged Cloud“ entstehen.

Statt individueller Programmierung der darunterliegenden Hardware-Komponenten soll OpenStack als standardisiertes API eingesetzt werden.

So entsteht schließlich eine herstellerübergreifende Kontrollschicht für neue Cloud-Infrastrukturen. Damit bekommt OpenStack die Chance, sich zum Infrastruktur-Standard für SAP-Umgebungen zu entwickeln.

Einer der Vorteile für Kunden: Mit einer solchen Lösung und offenen APIs lässt sich ein Vendor Lock-in beim Aufbau neuer Cloud-Infrastrukturen verringern.

SAP und die OpenStack-Foundation

SAP ist Gold Sponsor der OpenStack-Foundation und dementsprechend aktiv in der Entwicklung tätig. Auch NetApp ist Mitglied der OpenStack Foundation und engagiert sich in der Weiterentwicklung: So ist NetApp einer der Gründer des Manila-Projekts.

Manila wurde als OpenStack-Baustein entwickelt und bietet einen automatisierten, skalierbaren On-Demand-Service für die Bereitstellung von gemeinsamen und verteilten Dateisystemen (File Share as a Service).

Dabei kommt eine offene, standardisierte API zum Einsatz. Manila kann sowohl als einzelner Baustein als auch in der Kombination mit anderen OpenStack-Modulen eingesetzt werden.

OpenStack Manila

Bei SAP wird Manila zum Bereitstellen von Shared-Filesystemen in OpenStack-Umgebungen verwendet. Seit Ende 2015 ist auch eine Integration von OpenStack in den Landscape Virtualisation Manager (LVM) verfügbar, durch die ein SAP-Administrator über SAP LVM auf OpenStack-Services wie Manila zugreifen kann.

In einem Proof of Concept hat ein Team von NetApp und SAP gezeigt, wie sich SAP-Systeme auf Basis eines Shared-Filesystems sehr leicht von einer Private-Cloud-Architektur, wie zum Beispiel einer VMware-Umgebung, in eine OpenStack-Cloud oder direkt in die Amazon-Cloud verschieben lassen.

Diese Wahlfreiheit beim Aufbau hybrider Cloud-Umgebungen sowie die volle Kontrolle der Kunden über ihre Daten sind wichtige Bestandteile des Data-Fabric-Konzepts von NetApp.

Mit Data Fabric definiert NetApp die Zukunft des Datenmanagements und gibt Unternehmen die Möglichkeit, Daten innerhalb von hybriden Infrastrukturen frei zu bewegen.

Über den Autor

E-3 Magazin

Information und Bildungsarbeit von und für die SAP-Community.

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