MAG 1605 Personal

Great Place to Work in der ITK

2016
Geschrieben von E-3 Magazin

Wie schafft es ein ITK-Anbieter, ein attraktiver Arbeitgeber zu sein? E-3 sprach dazu mit Tim Kollmeier und Thomas Herbst, Geschäftsführer und Gründer von Apsolut. Das IT-Beratungshaus mit Fokus auf dem SAP-basierten Einkauf zählt zu den Siegern des aktuellen Wettbewerbs „Great Place to Work“.

Wie schafft ein IT-Unternehmen eine Arbeitsplatzkultur, die es zu einem Great Place to Work macht?

Tim Kollmeier: Die Arbeit in der IT-Branche ist sehr anspruchsvoll aufgrund ständig wechselnder Projekte, Zeitdruck und häufiger Reisetätigkeit. Die Mitarbeiter kommen mit diesen Anforderungen erfahrungsgemäß besser zurecht, wenn ein großes Zusammengehörigkeitsgefühl besteht.

Jeder IT-Arbeitgeber sollte bemüht sein, ein familiäres, kollegiales Umfeld zu schaffen und auch selbst als Vorbild zu wirken. Dies reicht von einem Austausch mit den Mitarbeitern, der von Vertrauen, Ehrlichkeit und Offenheit geprägt ist, über regelmäßige Firmen- und Team-Meetings bis zu gemeinsamen Festen zusammen mit den Angehörigen.

Was macht erfolgreiche Personalarbeit aus?

Thomas Herbst: Zu den wichtigsten Säulen zählen bedarfsgerechte Weiterbildungsangebote, um mit den extrem kurzen Innovationszyklen in der IT Schritt halten zu können. Auch der regelmäßige interne Wissenstransfer sollte auf der Agenda jedes IT-Dienstleisters stehen, denn dies hat Vorteile für beide Seiten.

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Während die Arbeitgeber mit höher qualifizierten Mitarbeitern ihre Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit verbessern, erhalten die Beschäftigten die Chance zu einem schnelleren Aufstieg auf der Karriereleiter.

Kollmeier: Die Weiterentwicklung der Mitarbeiter ist ein zweites wichtiges HR-Thema: Arbeitgeber sollten klare Entwicklungspfade sowohl für Führungs- als auch für Fachkarrieren definieren und gezielt evaluieren, welcher Mitarbeiter für welche Laufbahn geeignet ist.

Darüber hinaus ist eine leistungsgerechte Vergütung von zentraler Bedeutung. Bei Apsolut hat sich für Mitarbeiter unterhalb der Partnerebene ein variabler Gehaltsanteil bewährt, der sich allein nach der individuellen Leistung bemisst, nicht nach Erreichen der allgemeinen Unternehmensziele.

Da wir diesen Anteil nicht auf einmal am Jahresende, sondern monatlich im Voraus ausbezahlen, können die Mitarbeiter viel eher damit kalkulieren.

Welche Maßnahmen sind erforderlich, um die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben umzusetzen?

Herbst: Hier ist die räumliche und zeitliche Flexibilisierung der Arbeitswelt zukunftsweisend. Dies bedeutet, dass die Unternehmen den Mitarbeitern die Möglichkeit zu Home-Office und Vertrauensarbeiten gewähren.

Natürlich muss sichergestellt sein, dass ein Mitarbeiter bei Bedarf auch jederzeit für den Kunden erreichbar ist. In Zeiten von Internet und Smartphones stellt dies sicher kein Problem mehr dar.

Eine gute Personalpolitik sollte auch die unterschiedlichen privaten Anforderungen an die Mitarbeiter berücksichtigen. Bei uns zum Beispiel kehrte eine Kollegin nach der Geburt ihres Kindes wunschgemäß auf ihre Teamleiter-Position zurück, stellte dann aber fest, dass die Rahmenbedingungen zu ihrer veränderten privaten Situation nicht mehr so gut passten.

Daher haben wir ihr ermöglicht, in einen Bereich zu wechseln, der keine oder nur geringe Reisetätigkeit erfordert.

Wie kann ein IT-Dienstleister bei steigendem Fachkräftemangel geeignete Kandidaten gewinnen und an sich binden?

Kollmeier: Mehr denn je sollte bei der Rekrutierung auf persönliche Kontakte gesetzt werden. Dies kann über die Netzwerke der Manager geschehen, aber auch über spezielle „Mitarbeiter werben Mitarbeiter“-Programme, bei denen Kollegen geeignete Bewerber aus ihrem privaten Umfeld empfehlen und bei einer erfolgreichen Einstellung mit einem Bonus belohnt werden.

Herbst: Damit sich neue Mitarbeiter rasch wohlfühlen, sollten sie ausreichend Gelegenheit haben, das Unternehmen kennenzulernen und sich mit den Kollegen und Führungskräften zu vernetzen. Dazu bieten sich gezielte Einführungsveranstaltungen und Team-Meetings an.

Zur nachhaltigen Integration stellen wir jedem Neuling einen Paten zur Seite, der ihn während seines ersten Jahres mit Rat und Tat unterstützt, natürlich auch, wenn es Probleme gibt.

Über den Autor

E-3 Magazin

Information und Bildungsarbeit von und für die SAP-Community.

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