MAG 1605 Management

SAP-Kopie auf Knopfdruck

2016

In aller Regel hat es die SAP-Basis zu erfüllen: möglichst schnell SAP-Systemkopien bereitzustellen für die gestiegenen Nutzungszwecke. Das Leistungsvermögen moderner Tools hat sich rasant entwickelt. Eine Standortbestimmung.

Bei praktisch allen Kunden, die SAPs Business Suite (inklusive All-in-One-Lösungen) einsetzen, zählt die Erstellung von SAP-Systemkopien an und für sich zu einem fest verorteten Aufgabefeld. Konkret hat das Doing meist die SAP-Basis innerhalb der IT neben vielen anderen Tätigkeiten durchzuführen.

Verstärkt schlagen Ad-hoc-Anforderungen in der IT oder der SAP-Basis auf, möglichst schnell eine SAP-Systemkopie bereitzustellen, beispielsweise eines SAP-ERP-, eines BW- oder eines HCM-Systems. Was oft ob mangelnder Ressourcen respektive Kapazitäten zur Bewältigung von speziellen Herausforderungen führt.

Leistungsstarke und ausgefeilte Automationstools für die Erstellung von SAP-Systemkopien schaffen hier Abhilfe und ermöglichen es nachweislich, neben Zeit- und Kosteneinsparungen beispielsweise auch die Prozessqualität beim System Copying zu erhöhen oder auf einem gleichbleibend hohen Niveau zu halten. Sie halten der SAP-Basis somit faktisch den Rücken frei.

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Der Reifegrad und das Leistungsvermögen von Automationstools für die Erstellung von SAP-Systemkopien haben sich über einen Zeitraum von mehr als 15 Jahren hinweg entwickelt. Erste Tools für die SAP-Systemkopien-Erstellung stammten aus dem Mainframeumfeld.

Über eine lange Zeit hinweg domminierten eher händische oder manuelle Verfahren, unterstützt durch SAP(-Richtlinien), insbesondere durch vorgegebene Vorgehensweisen und eine Vielzahl von Checklisten. Vielerorts ergänzt durch eigen erstellte Skripts, die jedoch nur Teilaufgaben/-prozesse einer SAP-Systemkopie automatisierten.

Schon seit geraumer Zeit werden SAP-Kunden beim System Copying durch sehr leistungsstarke und bedarfsgerecht einsetzbare Automationstools unterstützt. Auch stehen ergänzend zu diesem Tätigkeitsbereich zusätzliche Automationstools beispielsweise bis hin zur Erstellung von Sandboxen zur Verfügung, die wertvolle Dienste verrichten.

Der Suite-Gedanke hat sich ebenso hier wie in vielen anderen Softwarebereichen etabliert. Und das aus guten Gründen. Außerdem bewegen sich derlei Automationstools noch stärker in Richtung des IT-Themenfelds Systemmanagement.

Häkchen setzen

Tools für die automatisierte Erstellung von SAP-Systemkopien sollten vom Grundsatz her zum einen einfach zu bedienen und mit einer intuitiven Benutzeroberfläche (inklusive nutzbarer Kontexterläuterungen) ausgestattet sein.

Quasi Häkchen setzen statt des zeitraubenden Umgangs mit Programmierzeilen, sodass die Nutzung auch für weniger versierte Experten möglich ist, die noch nie oder nur wenige SAP-Systemkopien erstellt haben. Und das nach geringer Systemeinarbeitung.

Zum anderen muss mit einem derartigen Tool gewährleistet sein, dass immer eine Nachvollziehbarkeit oder Transparenz gegeben ist. Was im kleinsten Detail bei einer SAP-Systemkopien-Erstellung passiert, muss in welcher Form auch immer ersichtlich sein, um mögliche Fehler aufspüren zu können, aber auch etwa um den eigentlichen Kopierprozess zu optimieren oder noch weiter zu beschleunigen, zum Beispiel durch die Verwendung von Log Files und anderem mehr.

Und last, but not least müssen derartige Tools eine Erweiterbarkeit zulassen oder kundenspezifische Erweiterungen/Anforderungen ermöglichen, wie etwa die Einbindung in einen Scheduler oder die Berücksichtigung von SAP-Double-Stack-Systemen.

Idealerweise berücksichtigt ein Tool für die Erstellung von SAP-Systemkopien wie etwa BlueSystemCopy (BSC) von Empirius folgende Kopierkernprozesse: Check und Pre-Processing, Restore, eigentliche Ausführung sowie Post-Processing.

Vom Architekturansatz her berücksichtigt BSC wo immer möglich Standards. Dadurch kann das Automationstool mit minimalem Aufwand installiert werden, passt sich sehr gut in die jeweilige Systemlandschaft ein und bietet einen schnellen ROI.

Vor allem aus Sicherheitsgründen werden keine Veränderungen an SAP-Quellsystemen ermöglicht. BlueSystemCopy wird auf einem eigenen Server (Intel-Standardserver) betrieben (entweder unter Windows oder Linux).

Die Lösung verwendet keine Softwareagenten. Bewährt hat sich die Verwendung von Standardprotokollen bei der Interaktion von Tool (Client/Server) und Quellsystem und Tool mit Zielsystem, und zwar ausschließlich zum Zweck der Systemkopien-Erstellung. Wobei sich ebenfalls bewährt hat: die Nutzung eines Single Point of Management und Control.

Ausgefeilte Mechanismen ermöglichen es im Falle von BSC, dass Konfigurationsfehler ausgeschlossen werden, da relevante Parametereinstellungen automatisch und nach vordefinierten Regeln erfolgen. Beispielsweise wird automatisch erkannt, ob es sich um ein Abap-, Java- oder Double-Stack-System handelt.

In diesem Zusammenhang passen sich generierte Jobs Veränderungen an, auch wenn etwa ein DB-Wechsel, ein Releasewechsel oder anderes mehr erfolgte. Gleichwohl können einmal erstellte Kopier-Jobs wiederverwendet werden, was den Pflegeaufwand und eine gewisse Fehleranfälligkeit minimiert. So auch beim Wechsel von einer Any-DB auf eine andere oder beim Schwenk von einer Any-DB in Richtung Hana.

Job-Logik statt Customizing

Bewährt hat sich wie im Fall von BlueSystemCopy außerdem auch die verwendete Leitlinie, dass eine integrierte Job-Logik einem Customizing vorzuziehen ist. Kernpunkt dabei: Jeder Schritt eines Kopier-Jobs kennt quasi den Gesamtkontext, und zwar inklusive jener Steps, die vorangegangen sind und nachfolgen.

Einzelschritte wissen genau, wo sie beim eigentlichen Kopierlauf im Fehlerfall wieder aufsetzen müssen. Das bedeutet allgemein, dass Fehlersituationen bedarfsgerecht und punktgenau gehandhabt werden können.

In diesem Zusammenhang ein Fokus auf eine Pro­blematik, die da BDLS (Umsetzung logischer Systemnamen) heißt: BDLS wird beim Einsatz des Empirius-Tools nur für Tabellen ausgeführt, die nicht gesichert wurden (diese sind schon umgesetzt und würden eine Warnmeldung produzieren).

Fakt ist: BDLS stellt eine Art „Zeitfresser“ bei Systemkopien (außer bei der Nutzung von Hana) dar. Ein erster wichtiger Schritt ist, den BDLS-Lauf in die Systemkopie zu integrieren. Ist faktisch die Kopie durch, wird automatisch die BDLS gestartet.

Es gibt verschieden Möglichkeiten, diesen Zeiträuber zu zähmen und die Laufzeiten zu reduzieren. Etwa durch Parallelisierung oder die automatische Erzeugung von Sekundär-Indices. BlueSystemCopy bietet darüber hinaus weitere Möglichkeiten, um ein Optimum an Performance zu erreichen.

Um zu prüfen, ob die nutzbaren Stellschrauben, vor allem bei großen Datenbanken, richtig justiert sind, werden während der BDLS automatisch die Laufzeiten mitprotokolliert. Auf der Basis dieser Ergebnisse lässt sich analysieren, wie die Laufzeit noch weiter optimiert werden kann. BDLS-Reports und Optimierungsmöglichkeiten werden übrigens im BSC-GUI dargestellt, samt Änderungsmöglichkeiten.

Neben den BDLS-Statistiken bietet das GUI im Summary-Log eine ganze Reihe statistischer Informationen über die jeweilige Systemkopie und ist auch der Ausgangspunkt für tiefergehende Analysen, sollte ein Fehler in der Kopie auftreten.

Mehrere Vorteile auf einmal

Heute ist es möglich, dank Tools für die Erstellung von SAP-Systemkopien praktisch auf Knopfdruck solche Systemduplizierungen zu erzeugen, und das zudem in sehr kurzer Zeit. Auch mehrere auf einmal.

Das heißt, die Zeitdauer für die Erstellung einer SAP-Systemkopie – sei es für die Bereitstellung einer Systemkopie für Schulungszwecke, sei es für Testzwecke oder was auch immer – minimiert sich drastisch. Anstelle mehrerer Tage sind nur noch Stunden für das Systemkopieren notwendig.

Natürlich bedeuten Zeitersparnisse auch Geldeinsparungen. Außerdem laufen diese Prozesse für das System Copying unter Verwendung derlei Automationstools planbar, standardisiert und in einer stets hohen Prozessqualität ab. Vor allem zuletzt Genanntes hat in SAP-Basis-Abteilungen (und natürlich auch bei Serviceprovidern) eine große Bedeutung.

BlueCopySuite wird in den nächsten Releases mehr und mehr Richtung Systemmanagement ausgebaut. Das heißt, es werden grundlegende Funktionen für das Überwachen, Starten/Stoppen und Administrieren von SAP-Systemen direkt aus der gewohnten Oberfläche heraus möglich sein.

Das Einstiegsbild zeigt dann beispielsweise bereits eine Übersicht über die – teilweise automatisch – eingebundenen Systeme und deren Status sowie Systeminformationen wie Release, Patchlevel und Ähnliches mehr. Die Nutzung eines umfassenden Dashboard gehört dann ebenfalls dazu.

 


 

System Copy Tool und mehr

Hauptprodukt von Empirius ist die BlueCopySuite, zu der auch das am Markt weitverbreitete Automationstool BlueSystemCopy für die Erstellung von SAP-Systemkopien zählt. Weitere Automationstools von Empirius decken die Themenfelder Systemkopien mehrerer SAP-Systeme (Landscape Copying), SAP-­Clone-Erstellung (etwa Sandboxen), SAP-Migrationen (etwa heterogene Systemmigrationen) und anderes mehr ab.

Empirius bietet darüber hinaus eine Reihe von IT-Services an, beispielsweise umfangreiche Migration Services. Zum Empirius-Kundenkreis zählen zahlreiche Unternehmen, so etwa Stihl, der Flughafen München, die Hannover Rück Versicherung oder der Serviceprovider QSC.

Über den Autor

Hans Haselbeck, Empirius

Hans Haselbeck ist Geschäftsführer und Gründer von Empirius.

Über den Autor

Marcus Bogenstätter, Empirius

Marcus Bogenstätter ist Chief Technology Officer (CTO) und Gründer von Empirius.

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