Infrastruktur MAG 1605

Privatisierte Public Cloud

2016
Geschrieben von Reiner Ernst, Oracle

Oracle rückt seine Cloud ins Kundenrechenzentrum. „Wir haben einen Teil der Oracle Cloud genommen, ihn aus der Cloud herausgelöst und legen ihn in Ihrem Rechenzentrum wieder ab.“ So beschreibt Oracle-Chef Larry Ellison die Oracle Cloud Machine.

Das Ende März 2016 neu vorgestellte Angebot „Oracle Cloud at Customer“ bringt die Oracle Cloud hinter die Firewall in das Rechenzentrum. Sie privatisiert sozusagen die Public-Cloud-Angebote von Oracle.

Damit entspricht Oracle den Anforderungen von Unternehmen, die sich bei der Nutzung von Cloud-Angeboten häufig Barrieren und Hürden gegenübersehen. Vor allem bei Behörden, Finanzdienstleistern und im Gesundheitswesen spielen Themen wie Datenhoheit, Kon­trolle und Leistungsfähigkeit eine wichtige Rolle.

Organisationen müssen Daten in Übereinstimmung mit Gesetzen und Vorschriften vorhalten und verarbeiten. Deshalb besteht oft der Wunsch, zwar die Vorteile von Cloud-Diensten zu nutzen, sensible Daten aber dennoch im eigenen Rechenzentrum behalten zu wollen. Damit bestimmen Unternehmen selbst auch über die Sicherheitsstandards, die sie im Zeitalter der Cloud für erforderlich halten.

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Der Wunsch nach Kontrolle besteht insbesondere bei geschäftskritischen Systemen. Im eigenen Rechenzentrum können sie dafür ihre eigenen Firewalls, Load Balancer, Hardware und VPNs usw. einsetzen. So erreichen sie extrem anspruchsvolle Service Level Agreements. Das gilt beispielsweise auch bei der Leistungsfähigkeit.

Der Zugriff auf Back­end-Systeme, Mainframes, Datenbanken und ERP-Anwendungen ist nahezu ohne Verzögerung möglich, insbesondere wenn Ressourcen bestimmten Aufgaben speziell zugewiesen werden können.

Freie Wahl: Public und Private Cloud

Vor diesem Hintergrund erscheint es zwangsläufig, dass die Marktforscher von IDC Futurescape zu folgender Erkenntnis kommen: „Mehr als 80 Prozent aller IT-Organisationen von Unternehmen werden sich bis zum Jahr 2017 Hybrid-Cloud-Architekturen zuwenden.

Damit wird sich der Wandel in IT-Organisationen ausweiten und beschleunigen.“ Die Oracle Cloud Machine, das Service-Angebot, das Oracle seinen Kunden im Rahmen der Oracle Cloud at Customer macht, wird seinen Beitrag dazu leisten.

Es gibt den Kunden die volle Kontrolle darüber, wo sie ihre Daten speichern und verarbeiten wollen: in ihrer eigenen Oracle Cloud Machine hinter der Firewall oder in der öffentlichen Oracle Public Cloud. Dafür setzt Oracle auf die gleichen Standards, die gleichen Produkte, die gleichen Schnittstellen und eine vereinheitlichte Verwaltung.

PaaS- und IaaS-Angebote

Die Cloud Machine von Oracle für das eigenen Rechenzentrum umfasst dabei nahezu alle PaaS- (Platform as a Service) und IaaS-Angebote (Infrastucture as a Service), wie sie auch in der Oracle Public Cloud verfügbar sind: Rechenleistung, Netzwerkressourcen und Speicher bei IaaS; Datenbank, Java, Werkzeuge und Frameworks für Softwareentwickler, Identitätsmanagement, Integrationsdienste für hybride Architekturen, Dienste für mobile Anwendungen und Prozess-Unterstützung bei PaaS. Der Zugriff auf die IaaS-Ressourcen erfolgt dabei über eine offene Schnittstelle.

Subskription bindet kein Kapital

Die Oracle Cloud Machine inklusive Hardware und aller darauf verfügbaren Dienste wird für die Kunden als Komplettservice per Subskription angeboten. Da es sich um einen Service handelt, wird der komplette Betrieb, auch hinter der Firewall, von Oracle gemanagt; das umfasst die Installation und Konfiguration, den Betrieb und Support sowie die Verwaltung.

Mit diesem Angebot hat Oracle die absolute Wahlfreiheit zwischen Private und Public Cloud nochmal erweitert. Kunden können zum Beispiel Test- und Entwicklungsvorhaben in der Public Cloud abwickeln und für den produktiven Einsatz dann ohne Änderungen auf die Oracle Cloud Machine übertragen.

Sie können sich damit auf die Entwicklung von modernen, cloudbasierten Anwendungen und ihre digitalen Prozesse konzentrieren, während sich Oracle um den Betrieb ihrer Cloud kümmert. Auch von der Kostenseite her unterstützt Oracle dieses Modell: Die Subskriptionskosten der entsprechenden Dienste für die ­Oracle Public Cloud und die Oracle Cloud Machine sind die gleichen.

Zudem stellt die Oracle Cloud Machine einen erheblichen Kostenvorteil gegenüber der Investition in Hard- und Software sowie dem Betrieb einer eigenen Private Cloud dar und bindet aufgrund des nutzungsbasierten Abrechnungsmodells kein Kapital.

Über den Autor

Reiner Ernst, Oracle

Reiner Ernst ist Senior Director, Middleware & Cloud Platform, Oracle Deutschland. Zu seinen Schwerpunkten zählen Middleware und Web-Infrastrukturen vor allem in Hinblick auf die Cloud.

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