2015 xxx

IT Sourcing im Wandel der Zeiten

Mit der digitalen Transformation nehmen die Komplexität von IT-Vorhaben und die Auslastung der eigenen IT-Abteilung zu. Der Bedarf an Sourcing-Strategien steigt und die Strategien bei der Einführung neuer Technologien verändern sich. Mitunter wird die bisherige IT-Strategie komplett auf den Kopf gestellt.

Es ist durchaus eine große Herausforderung, für E-Commerce, Omni-Channel-Kommunikation oder Telematik die passende Umsetzungsstrategie zu finden.

Erschwerend kommt hinzu, dass viele IT-Projekte mittlerweile von den Fachbereichen geplant und verantwortet werden. Sicher häufig auch in Zusammenarbeit oder zumindest in enger Abstimmung mit der IT, jedoch fehlt es im Business an Erfahrungen und Kompetenzen zu IT-Themen wie Cloud Services, Mobile oder Analytics und wie entsprechende Lösungen am besten eingekauft und implementiert werden können.

Ein wichtiger Bestandteil für die Umsetzung von IT-Projekten ist die Sourcing-Strategie. Sie legt fest, mit welchen Partnern und zu welchen Vertragsbedingungen die Umsetzung erfolgt, wie die Partner während der Projektlaufzeit gesteuert werden und wie der Rollout geplant ist.

Jedoch können Unternehmen diese Themen nicht alle in Eigenleistung umsetzen, sondern arbeiten sehr häufig mit Beratungspartnern zusammen.

Dementsprechend ist auch die Nachfrage nach ICT-Sourcing-Beratung hoch. Lünendonk geht davon aus, dass für das Jahr 2016 mit einem weiteren Anstieg der Nachfrage nach Sourcing-Beratung um 8,3 Prozent zu rechnen ist. Dies zeigen die Ergebnisse der aktuellen Lünendonk-Studie „Der Markt für ICT-Sourcing-Beratung in Deutschland“, für die 28 ICT-Sourcing-Beratungen sowie 112 große Kundenunternehmen befragt wurden.

Die Marktprognosen der Berater werden gestützt durch die Planungen der Kundenunternehmen für die Zusammenarbeit mit ICT-Sourcing-Beratungen. So erwarten über drei Viertel der von Lünendonk befragten CIOs, Business-Verantwortlichen und IT-Einkaufs­entscheider, die Ausgaben für ICT-Sourcing-Beratung 2016 zu erhöhen.

Die hohe Bedeutung der ICT-Sourcing-Beratung für erfolgreiche IT-Projekte zeigt sich darin, dass Sourcing-Berater rund 30 Prozent des extern vergebenen IT-Budgets in den untersuchten Kundenunternehmen betreuen. Dabei übernehmen sie unterschiedliche Aufgaben im Sourcing-Prozess.

Das „Ausschreibungsmanagement“ macht rund 18 Prozent ihres Umsatzes aus. Mit der „Providersuche und -auswahl“ erzielen die untersuchten Beratungen 8,7 Prozent und mit der „Unterstützung bei Vertragsverhandlungen“ 9,4 Prozent im Umsatzdurchschnitt.

Anforderungen an ICT-Sourcing-Beratungen

Die Anforderungen, die von den Kunden­unternehmen an ICT-Sourcing-Berater für eine Zusammenarbeit gestellt werden, sind vielfältig. Eine zentrale Kompetenz, die IT-Sourcing-Berater mitbringen müssen, ist die „Branchenkompetenz“.

Insgesamt 94 Prozent der Befragten betrachten das Wissen über die Branche des Kundenunternehmens als „sehr wichtig“ oder „wichtig“. Laut den befragten CIOs und IT-Einkaufsleitern gibt es drei weitere Kernkompetenzen, die ebenfalls immer eine gewisse Bedeutung im Zuge der Beauftragung von Sourcing-Beratungen haben.

Dabei handelt es sich um die Kriterien „Unabhängigkeit des Beraters“, „IT-Beratungskompetenz“ sowie „Prozess- und Methodenkompetenz“. Gerade die letzten beiden Kriterien werden aus Sicht von Lünendonk an Bedeutung für die Auswahl von Sourcing-Beratern gewinnen.

Grund sind die neuen Anforderungen an Berater durch die Digitalisierung. Es verändern sich in der Folge auch die Aufgaben, die an Sourcing-Berater gestellt werden. So werden diese immer häufiger auch für strategische Fragestellungen rund um die Entwicklung einer Digitalisierungsstrategie beauftragt.

Sourcing-Berater werden sich in Zukunft wandeln müssen, wenn sie die Herausforderungen der Digitalisierung bei ihren Kunden bewältigen wollen. Ihre heutigen Kernthemen wie IT-Infrastruktur-Betrieb oder Application Management, die sehr nah am IT-Betrieb sind, werden in Zukunft aus Sicht von Lünendonk zu Commodity-Themen werden, während es stärker darauf ankommt, Sourcing-Beratung für Digitalisierungsstrategien zu leisten.

Fachbereiche setzen auf Sourcing-Beratung

So ist es bereits heute so, dass die Fachbereiche in vielen Fällen die Dienste von ICT-Sourcing-Beratungen in Anspruch nehmen. Geht es um die Beauftragung einer konkreten Sourcing-Beratung, zeigt sich laut Lünendonk-Analyse, dass immer häufiger die Fachbereiche über die Beauftragung von Sourcing-Beratungen entscheiden. Bei knapp über 50 Prozent der befragten Kundenunternehmen entscheidet der Fachbereich „immer“ oder „häufig“ über den Einsatz von Sourcing-Beratern.

Dabei geht es bei den Fachbereichen weniger um klassische Outsourcing-Themen, sondern vielmehr um Beratungsleistungen rund um die Konzeption und Umsetzung von Digitalisierungsstrategien, beispielsweise im Bereich Cloud und Mobile. Naturgemäß ist in nahezu allen Fällen der CIO/Leiter IT in die Entscheidung über die Vergabe von Beratungsmandaten involviert.

Es wird spannend bleiben zu beobachten, wie sich dieses Marktsegment weiterentwickelt. Wir bleiben dran!

Das könnte Sie auch interessieren

0 Kommentare

Dein Kommentar

Möchten Sie uns Ihre Meinung zum Thema sagen?
Hinterlassen Sie uns einen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.