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DEC-Virus, OpenStack & Cloud Foundry

Unsere Planungs- und Budgetgespräche sind abgeschlossen. Zeit, sich für 2016 vorzubereiten. Es gilt, Bilanz zu ziehen und den digitalen Transformationsprozess einzuordnen, denn uns bedroht der DEC-Virus. Das Sterben der Dinosaurier beginnt wieder – auch durch OpenStack und Cloud Foundry.

Während ich bei einem guten Glas Rotwein über die Vergangenheit und Zukunft der IT-Szene spekuliere, meint meine Frau:

„Auf deine Jahreswende-Kolumne bin ich gespannt – wahrscheinlich schaurig-schön mit viel Wein.“

Nach der Dachbodenräumung hat mich meine Frau überredet, meinen Weinkeller zu konsolidieren. Und es fanden sich auch zwei Magnum-Flaschen aus dem Weingarten von Gerd Oswald. Er wird bald mehr Zeit haben für seinen Weingarten und die Hundezucht.

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Uns stehen in der Community aber auch zahlreiche Veränderungen bevor. Die Digital Equipment Corporation (DEC) des legendären Ken Olsen ist gescheitert und wurde von PC-Portable-Pionier Compaq übernommen. Compaq ist gescheitert und wurde von Hewlett-Packard übernommen.

HP ist gescheitert und versucht es als Doppelpackung nochmals – auch das wird scheitern. Denn obwohl man sich bei OpenStack engagierte, scheiterte das HP-Cloud-Projekt.

EMC wird durch Dell übernommen, weil der Speicherhersteller in seinem Erfolg erstarrte. Ich weiß, wovon ich rede: Jahrelang habe ich die Verhandlungen meiner Basismannschaft mit EMC verfolgt.

Jedes neue Projekt war wieder schwerfällig, mühsam und langatmig. Dell wird sich der EMC-Kundenkartei bedienen und den Rest abwickeln. Unser Head of IT Infrastructure glaubt fest an Open Source, nebenbei gehört er zur kleinen Gruppe der SAP-Hana-Fans.

Er meint, dass das Software Defined Datacenter gesetzt ist und mit hoher Wahrscheinlichkeit auf Open Source basieren wird – vielleicht hat er recht. Rechtzeitig für meine Kolumne landete die neue Ausgabe der SAPschen Release Strategy auf meinem Schreibtisch.

Mein Head of CCC brachte mir die 2015er-Edition mit dem Veröffentlichungsdatum 12. November persönlich vorbei. Beim Durchblättern fand ich auf Seite 76 ein äußerst bemerkenswertes Bild, das hat Chefredakteur Färbinger dankenswerterweise hier abgedruckt. Es zeigt einen Ausschnitt aus dem SAP-Architekturmodell.

Beachtenswert ist die Basis (blauer Balken): Infrastructure Services at SAP Data Centers mit links dem OpenStack- und rechts dem Cloud-Foun­dry-Logo.

In der aktuellen SAP Release Strategy bekennen sich meine Walldorfer Freunde eindeutig zu Open Source. OpenStack ist bereits seit Anfang 2015 ein Gesprächsthema in Walldorf und eine erste Implementierung im SAP-Rechenzentrum in St. Leon-Rot wurde im vergangenen Sommer fertiggestellt.

Relativ neu hingegen ist Cloud Foundry. Natürlich wurde ich zeitgerecht aus Walldorf darüber in Kenntnis gesetzt. Somit habe ich auch zwei Mitarbeiter Anfang November nach Amsterdam auf die SUSECon geschickt und zwei zum Cloud Foundry Summit nach Berlin, wo SAP einer der Hauptsponsoren war.

Wer auch in Sachen OpenStack und Cloud Foundry engagiert ist, sind unsere Kollegen von Fujitsu. Der immer bestens informierte und begnadete Vortragende Joseph Reger, CTO bei Fujitsu EMEIA, sprach Mitte November in München auf dem Fujitsu Forum über Open Source. Er steht auch mit SAP-Vorstand Oswald in Kontakt – womit sich unser Kreis wieder schließt.

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