MAG 1511

Mechatronische Stückliste

2015 xxx
Geschrieben von E-3 Archiv

Eine der größten Herausforderungen für die Zukunft bei der Umsetzung von Industrie 4.0 wird die Schaffung einer einheitlichen Datenstruktur und -basis zur Integration von F/E-, Konstruktions- und Produktionsdaten in das Management- und ERP/PPS-System sein.

Wie können Sie sich als Unternehmer auf die Realisierung von Industrie 4.0 vorbereiten? Seit der Diskussion Mitte der 1980er-Jahre, damals hat man den Begriff CIM (Computer Integrated Manufacturing, Definition laut Ausschuss für wirtschaftliche Fertigung AWF, 1985) definiert, um ähnliche Anforderungen, welche auch heute an die Wertschöpfungsprozesse im Unternehmen gestellt werden, abzubilden.

Informationen sollen zwischen dem Kunden und den Geschäftspartnern innerhalb der Fertigung, der Logistik und der Entwicklung/Konstruktion in die komplette Wertschöpfungskette integriert werden.

Durch eine global verteilte Entwicklung und Konstruktion werden die Forderungen nach einheitlichen Datenstrukturen und die Bereitstellung dieser Informationen in Echtzeit immer wesentlicher.

Mittlerweile haben sich Formate wie z. B. STEP, PDF, TIF sowie IEEE (Institute of Electrical and Electronics Engineers) und ISO usw. zum internationalen Standard entwickelt.

Um den Anforderungen von Industrie 4.0 zu entsprechen, sind hierzu weitere internationale Standards sowie eine schnelle und performante Möglichkeit der Verteilung und Verbreitung der Daten im Netz erforderlich.

Datenbasis und Datenstrukturen

Bis diese Forderungen umgesetzt und realisiert sind, sollten wir die heute bereits verfügbaren Lösungen prüfen, ob sie im eigenen Unternehmen eingeführt werden können. Ziel muss die Schaffung von einheitlichen Datenstrukturen und -basen sein.

Dies führt bei erfolgreicher Umsetzung zum Abbau von Schnittstellen innerhalb der heute meistens bestehenden Softwareinseln und trägt im Wesentlichen zur Minimierung von Erfassungsfehlern bei. Eine höhere Datenqualität wird erreicht und steht somit allen in den Prozess Involvierten sofort zur Verfügung.

Fertigungsunternehmen müssen weitere und zusätzliche Herausforderungen bewältigen. Das heißt, dass Abteilungsmauern, die seit vielen Jahren im Bereich der mechanischen und elektronischen Konstruktion bestehen, eingerissen werden müssen.

Mechatronische Stückliste

Im Fertigungsbereich von Industrieanlagen werden die Informationszusammenhänge zwischen der Mechanik und der Elektronik immer wichtiger. In Arbeitsgruppen von beiden Einheiten werden bereits mechatronische Pilotprojekte aufgesetzt, um herauszuarbeiten, wie eine mechatronische Stückliste auszusehen hat.

Einheitliche Datenformate

M-CAD- und E-CAD-Systeme sollten gemeinsam auf dieser zentralen Stückliste aufbauen, um somit über PLM-Systeme (Product Life­cycle Management) einheitliche und verlässliche Datenformate und -informationen dem zentralen ERP-System und den Logistiksystemen zur Verfügung zu stellen.

Es wird durch diese Transparenz und Eindeutigkeit der Stücklisten und Datenstrukturen eine Basis erstellt, welche dem erhofften Wertschöpfungsprozess entspricht.

Diese qualitative Datenbasis lässt damit einen internationalen Austausch zwischen den Geschäftspartnern, den Zulieferern und den heterogen Entwicklungsteams zu. Aus den Ergebnissen und Erfahrungen der bisherigen Pilotprojekte werden Einsparungen von bis zu 30 Prozent erwartet.

Mechatronik beschreibt das methodische Zusammenspiel sowie Ansätze und Denkweisen der Fachbereiche Mechanik, Elektrotechnik und Informationstechnologie.

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E-3 Archiv

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