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Zauberwort Fiori

Mit dem Fiori-Design-Konzept versucht SAP, die Brücke zwischen privater Internetnutzung, zum Beispiel Online-Shopping, und Business-IT zu schlagen.

Es ist doch so:

„Abends gleiten wir mit unserem Tablet bequem und schnell durchs Internet, navigieren intuitiv durch die Portale und nutzen ganz nach Wunsch die Finger, die Maus oder die Tastatur.

Am nächsten Morgen fahren wir unseren Rechner hoch und kämpfen uns durch einen Dschungel von Tabellen und Zahlenkolonnen, denen man nur mit List und Tücke und unzähligen Absprüngen die benötigten Geheimnisse abtrotzen kann“

beschreibt Alexander Trapp, Entwickler für neue Technologien bei G.I.B, den Zwiespalt bei der Nutzung von Informationstechnologie in Job und Freizeit.

„Mit dem Fiori-Design-Konzept forciert man die Consumeri­zation der IT, wobei die User Experience im Vordergrund steht“

erklärt Trapp.

„Wir stehen in engem Austausch mit unseren Anwendern, um in Erfahrung zu bringen, wie sie unsere Add-ons nutzen. Wichtig ist das Verständnis für die Business-Prozesse.

Wir versuchen zu verstehen, ob der Anwender bestimmte Arbeitsschritte gerade in dieser Form ansteuert und abarbeitet, weil es für ihn sinnvoll und logisch ist, oder ob er durch das System dazu gezwungen wird.“

Nach dem Schulterblick gilt es, die neuen Erkenntnisse in das Fiori-Konzept einzupassen. Trapp und seine Kollegen nutzen dafür häufig das 1-1-3-Prinzip.

Hierbei handelt es sich um eine grundlegende Vorgehensweise von Fiori, wobei genau ein Anwendungsfall für eine Rolle betrachtet wird. Ziel ist es, das gewünschte Ergebnis mittels maximal drei Navigationsschritten zu erreichen.

Der User stellt sich die ihm (bzw. seinen Anwenderrollen) zugeordneten Fiori-Apps auf dem Launchpad nach seinen Wünschen zusammen und führt diese mittels eines Klicks oder einer Touch-Geste aus.

„Es gilt, die Transaktionen durch Reduktion auf das Wesentliche zu simplifizieren“

erklärt Trapp,

„dabei lösen wir uns auch in der Darstellung völlig von den bekannten SAP-Oberflächen und präsentieren dem User ein modernes, intuitiv bedienbares Design.“

Neuronale Vernetzung

Die technische Umsetzung erfolgt mithilfe eines sogenannten Framework. Als Framework wird die Umgebung bezeichnet, die der Experte für die Entwicklung seiner Programme nutzt.

Im Framework findet er Programmierhilfen, Bibliotheken, Tipps und Programmierbeispiele, die ihn bei seiner Tätigkeit unterstützen. Das umfangreiche UI5-Framework basiert auf der Programmiersprache Java und ermöglicht die Entwicklung mobiler, webbasierter Anwendungen im neuen SAP-Fiori-Look-and-feel.

Der Austausch der Zahlen, Daten und Fakten zwischen dem Web-Frontend und den Abap-basierten SAP-Programmen erfolgt über eine Schnittstelle, das sogenannte OData-Protokoll.

„Die Kommunikation zwischen Javascript-Frontend und Abap-basiertem Backend ist verwoben und verzweigt, vergleichbar mit dem neuronalen Netz unseres Gehirns.

In einem so komplexen System ist die Sicherstellung der Datenkonsistenz und eines schlüssigen Daten-Rückflusses höchst diffizil. Frontend- und Backend-Entwickler müssen deshalb im permanenten Dialog stehen“

erklärt Sabine Hopmann, Abap-Programmiererin im New-Tech-Team bei G.I.B. Hinzu käme das Verlangen nach Geschwindigkeit.

Eine erstklassige Performance spiele gerade im Mobile-Bereich eine sehr große Rolle. Die hohe Erwartungshaltung der Anwender stünde dabei oft im Widerspruch zu den komplexen Rechenoperationen der SAP-Programme.

„Wenn es um Geschwindigkeit geht, denken wir sofort an Hana und In-memory-Datamanagement, was einen weiteren technologischen Baustein in der System-Architektur der Zukunft darstellt“

ergänzt Hopmann.

Tatsächlich sind die Begriffe Hana, In-memory, UI5 und Fiori in aller Munde, aber noch lange nicht in jedem Unternehmen angekommen.

„Die neue Technologie und das Gebot der Simplifizierung sind revolutionäre Änderungen im Markt, nicht nur für SAP-User.

Natürlich müssen Unternehmen erst vom wirtschaftlichen Nutzen der zum Teil erheblichen Investition überzeugt werden“

meint Sabine Hopmann.

Die Zukunft gehört den Apps

Zudem sei eine einfache, intuitiv bedienbare Oberfläche, die gleichzeitig effizient und ­funktionell sei, alles andere als trivial zu entwickeln.

„Die Erstellung sinnvoller Apps ist eine große Herausforderung. Das braucht Zeit“

ergänzt die Abap-Expertin. Dennoch sind sich die New-Tech-Entwickler Hopmann und Trapp einig: Die Zukunft der SAP-User-Interfaces gehört den Fiori-Apps.

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