[shutterstock:279476240, Amanda Carden]

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Mehr IT-Kompetenz im Management

Alles wird digital. Ein digitaler Tsunami rollt auf uns zu, meinen die Analysten von Gartner. Und so entsteht auch mehr IT-Kompetenz im Management. Die Erkenntnis aus der aktuellen Capgemini- Trends-Studie: Der CIO steht am Scheideweg. Er bekommt neue Ansprechpartner, weil Vorstand und Geschäftsleitung über immer mehr eigenes IT-Know-how verfügen.

Im Vorwort zur renommierten IT-Trends- Studie von Capgemini schreiben Uwe Dumslaff, Chief Technology Officer Germany, und Peter Lempp, COO Application Services Germany:

„Das Management holte in Sachen IT-Know-how auf und verweist den CIO fast wieder auf seine angestammte Rolle als Dienstleister.“

Beachtenswert ist die Relativierung.

Es gibt also noch Hoffnung für eine glanzvolle CIO-Karriere, aber ganz einfach wird es nicht.

Ein Schlüssel zum Erfolg ist sicher das genaue Analysieren der Capgemini-Studie, die es als kostenlosen Download über den Link am Ende des Artikels gibt.

Auch Gartner sieht ein Entwicklungspotenzial, wenn sich der CIO zum CDO wandelt, Chief Digital Officer. Gartner postuliert den digitalen Tsunami aufgrund der exponential wachsenden Geschäftsmöglichkeiten, die durch die Digitalisierung entstehen.

Drei Begriffe prägen das aktuelle Geschehen:

  • Big Data
  • Realtime Enterprise
  • Internet der Dinge.

Für einen SAP-Bestandskunden sind diese Begrifflichkeiten nicht neu, dennoch ist auch die SAPCommunity noch unerfahren in der praktischen Anwendung dieser Technologien.

Big Data und Realtime Enter­prise werden in Walldorf unter dem Begriff In-memory Data Management (Computing) subsumiert, dessen reale Ausprägung die Hana-Datenbank/Plattform ist.

Das Internet der Dienste und Dinge predigte visionär bereits der SAP-Ex-CEO Henning Kagermann. Vor vielen Jahren wurde Kagermann gehört, aber nicht verstanden.

Heute weiß jeder in der SAPCommunity, dass er recht hatte und hat.

Gartner prophezeit, dass in wenigen Jahren jedes Konsumgut, das mehr als 100 US-Dollar kostet, einen Sensor in sich trägt.

Dieser Sensor muss nicht unbedingt scharf geschaltet sein, aber er kann jederzeit zu einem Ding im Internet (mit eigener IP-Adresse) werden: Temperatur-, Bewegungs-, Licht-, Geruchssensoren etc.

Uwe Dumslaff und Peter Lempp sehen die Kehrtwende des CIOs nur bedingt, der schon fast am Tisch des Topmanagements Platz genommen hat:

„Jahrelang haben CIOs gehofft, eines Tages Business Partner des Managements zu werden. […] Das Management verweist den CIO jetzt fast wieder auf seine angestammte Rolle. […] Allerdings nur fast. Denn in diesem Jahr steht zwar immer noch die Effizienz der IT ganz oben auf der Anforderungsliste der CIOs, sie sollen sich aber auch stark um die Verbesserung der Geschäftsprozesse kümmern. Gleichzeitig steigt der Druck der Fachabteilungen, schneller zu liefern und flexibel zu reagieren. Agil in diesem Sinn sind aber erst wenige Unternehmen, wie der neu aufgelegte Capgemini-Index zeigt“

 

CIO-Chancen und -Pflichten

Capgemini beobachtet die Rolle des CIOs bereits seit einigen Jahren und immer wieder steht die Frage im Raum: Schafft es der CIO, seine Rolle als Dienstleister hinter sich zu lassen und am Tisch der Geschäftsleitung Platz zu nehmen?

Capgemini-Manager Peter Lempp bestätigt im Gespräch mit E-3 Chefredakteur Peter Färbinger den Wunsch der CIOs, immer auch Business Partner zu werden.

„Momentan stagniert dieses Vorhaben des CIOs“

weiß Peter Lempp aufgrund der Auswertung der IT-Trends-Studie 2014.

Einen Grund dafür sieht er in dem Umstand, dass die Geschäftsleitung die IT vielmehr selbst verinnerlicht und verstanden hat.

„Der heutige Geschäftsführer weiß, was mit IT möglich ist“

präzisiert Lempp.

Weiters bestätigt die Capgemini-Studie, dass in den Fachbereichen zunehmend auf eigene Verantwortung mit externen Dienstleistern zusammengearbeitet wird.

Und Peter Lempp kennt die Praxis:

„Da überholen dann die Fachabteilungen die eigene IT in der Anwendung innovativer Software.“

Der CIO hat nun die Aufgabe, diesen ungeplanten IT-Einsatz in den Fachabteilungen wieder einzufangen.

Peter Lempp weist darauf hin, dass die CIOs deutlich mehr Effizienz in der IT erbringen wollen und müssen. Konkret beschreibt die Studie die Rolle des CIOs folgend: Die Zusammenarbeit zwischen Fach- und IT-Seite hat sich in den vergangenen Jahren spürbar verbessert, abzulesen an der geringen Anzahl der CIOs, für die Business-IT-Alignment in diesem Jahr noch eine wichtige Anforderung ist.

Der Fortschritt ist unter anderem auf das gestiegene IT-Know-how des Managements zurückzuführen, in dessen Folge IT-Themen jetzt häufiger im Vorstand diskutiert werden.

Der CIO ist allerdings nicht mehr so oft dabei: In diesem Jahr ist die Zahl der CIOs mit einem festen Platz am Tisch um mehr als zehn Prozent gesunken.

Für Peter Lempp trennt sich dort die Spreu vom Weizen, wo der IT-Leiter seine eigene Abteilung so weit im Griff hat, dass er als CIO innovative Themen am Tisch der Geschäftsleitung diskutieren kann.

Einige CIOs werden aber auch dieses Jahr im operativen IT-Geschehen gefangen bleiben. Die Industrialisierung der IT ist hier aber zu wenig, warnt Peter Lempp, und in der Capgemini-Studie ist zu lesen:

„Fachabteilungen verlangen ein höheres Tempo bei der Entwicklung neuer und der Anpassung vorhandener Anwendungen. Sie wünschen sich mehr Agilität, um in der schnelllebigen Welt zeitnah reagieren zu können. Ohne eine industrialisierte IT sind diese Anforderungen nicht zu erfüllen, aber sie allein reicht nicht mehr aus“.

Letztendlich geht es darum, Qualität und Flexibilität zu managen, bringt Peter Lempp die neue Herausforderung Agilität auf den Punkt.

Das liebe Geld

In der IT-Trends-Studie 2014 steht, dass im kommenden Jahr vor allem die deutschen CIOs von Budgetsteigerungen profitieren, während sich die Lage in Österreich auf hohem Niveau stabilisiert.

In der Schweiz hingegen müssen viele IT-Verantwortliche ihre Ausgaben ab dem kommenden Jahr senken. 38,3 Prozent der von Capgemini Befragten gaben an, dass das Senken der IT-Kosten für sie wichtig ist.

Damit nimmt das Thema den dritten Platz bei den Anforderungen an die IT 2014 ein, hinter Effizienz der IT steigern und Verbesserung der Geschäftsprozesse.

Aber wie in der Studie zu lesen ist, muss das Senken von Kosten nicht unbedingt mit Budgetkürzungen korrelieren, denn in der Regel geht einer Kostensenkung eine Investition voraus, die beispielsweise für mehr Effizienz oder Automatisierung sorgt.

Darüber hinaus müssen neu entwickelte Anwendungen oder Innovationen nach der Pilotphase erst standardisiert werden, um sie effizient betreiben zu können.

Auch das kostet erst einmal Ressourcen. Aufgrund dieser beiden Phänomene sind CIOs im Grunde genommen permanent damit beschäftigt, die Kosten zu senken.

In-memory, Cloud und Mobile Computing

Ein wichtiges Thema für die CIOs in der SAPCommunity ist das In-memory Data Management (Big Data) basierend auf der Hana-Datenbank und –Plattform.

Daraus abgeleitet wird die Möglichkeit eines Realtime Enterprise (Antworten in Echtzeit).

Geschäftsprozesse in Echtzeit zu erleben bieten fast alle In-memory-Datenbanken. Hana hat aber sicher für die SAP-Bestandskunden eine besondere Bedeutung.

Capgemini war somit unter anderem Sponsor einer von PAC durchgeführten Hana-Studie, in der PAC-Analyst und Autor Frank Niemann schreibt:

„Für über 40 Prozent der befragten Unternehmen ist die Nutzung der SAP Business Suite powered by Hana bereits jetzt relevant. In jedem dritten Unternehmen wird der Einsatz diskutiert. Nicht nur die Technik an sich treibt die Nutzung voran, sondern auch die Datenbankstrategie, Innovationen und Kostenüberlegungen.“

Die Studie kann kostenlos von  www.pac-online.com geladen werden.

Unter den Top-Themen des Jahres 2014 findet sich in der Capgemini-Studie das Thema Virtualisierung.

Einerseits gehört das Thema naturgemäß zur ständig aktuellen und notwendigen Effizienzsteigerung in der IT, andererseits ist es Vorläufer und Wegbereiter für das Private Cloud Computing.

Hinzu kommen die Top-2014-Themen Schutz vor Malware sowie Security Compliance.

Uwe Dumslaff und Peter Lempp dazu in ihrem Vorwort zur Capgemini-Studie:

„Unter den Technologiethemen beherrscht in diesem Jahr die Sicherheit die Agenda, allerdings nicht nur wegen der NSA-Affäre. Die zunehmende Digitalisierung führt dazu, dass IT-Ausfälle und Sicherheitslücken für Unternehmen immer teurer und risikoreicher werden, sodass sie alle Anstrengungen unternehmen, um Probleme zu vermeiden. Dementsprechend halten und der Schweiz bei der Nutzung von externen Clouds nach wie vor stark zurück, haben ihre eigenen Kapazitäten in den vergangenen zwölf Monaten aber stark ausgebaut. Das Motto lautet jetzt: Cloud ja, aber vor allem die eigene.“

Und in der Studie wird präzisiert: Unternehmen stellen mehr Services aus der eigenen Cloud bereit. In den vergangenen Monaten wurden die Private-Cloud-Kapazitäten fast verdoppelt, sodass sie jetzt knapp 30 Prozent aller IT-Services bereitstellen.

Der Public Cloud oder Services von Dritten stehen CIOs aber immer noch skeptisch gegenüber. Ihr Nutzungsgrad liegt im Durchschnitt bei lediglich etwas mehr als vier Prozent der Gesamtleistung der IT.

Wer Mobile Computing unter den Themen Bring Your Own Device (ByoD) und App-Store für Mitarbeiter sieht, findet sich damit bei den Flops des Jahres 2014.

Dessen ungeachtet haben natürlich Tablets und Smartphones ihren Siegeszug in der Business IT angetreten. Capgemini führt dazu aus: Knapp 13 Prozent der Befragten lassen derzeit die Nutzung privater Endgeräte im Unternehmen zu, weitere elf Prozent arbeiten gerade an einer ByoD-Policy.

Der Grund für die mäßige Begeisterung sind die Sicherheits- und Supportprobleme, die das Thema für den CIO mit sich bringen. Darüber hinaus sind viele Lizenz-, Steuer-, Datenschutz- und Datenrechtsfragen noch nicht geklärt.

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