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SAP Startup Focus Program

[shutterstock:425688535, Tashatuvango]
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Geschrieben von E-3 Magazin

Angehende Unternehmer sollen sich auf ihre Ideen konzentrieren. Das in Walldorf beheimatete Technologie- und Gründerzentrum InnoWerft steht ihnen dabei mit Rat und Tat zur Seite. Es begleitet von der Idee bis zum Unternehmenserfolg, in erster Linie bei Gründungen in der Hightech-Branche und bei Zukunftstechnologien.

Durch die enge Verbindung des Gründerzentrums InnoWerft zur SAP wird unter anderem auch wichtiges Know-how für den Einsatz moderner Datenbanktechnologien wie Hana vermittelt.

Zudem wurden die beiden Jungunternehmen Chargepartner und Conis Risk Consulting in das SAP Startup Focus Program aufgenommen. Dadurch erhielten Sie kostenlosen Zugang zur Hana-Datenbanktechnologie sowie Marketing- und Vertriebsunterstützung durch ein SAP-Kompetenzteam.

Chargepartner bietet eine Lösung für den Aufbau, die Vernetzung und den Betrieb von Stromtankstellen und Ladeinfrastrukturen. Conis Risk Consulting entwickelt hingegen ein Prognoseinstrument für eine frühzeitige Abschätzung politischer Risiken und Konflikte.

Geschäftsmodelle für
 die Elektromobilität

Obwohl das von der Bundesregierung gewünschte Ziel, in Deutschland im Jahr 2020 eine Million Elektroautos zu haben, noch in weiter Ferne scheint, hat das Elektroauto in anderen Ländern seinen Siegeszug angetreten.

Vorreiter sind die USA mit Teslas Oberklasselimousine „Model S“, die an der Spitze der Zulassungszahlen liegt. Aber auch europäische Hersteller kommen derzeit mit attraktiven Angeboten auf den Markt.

Damit steigt die Notwendigkeit, eine flächendeckende, gut zugängliche und leistungsfähige Infrastruktur aus Stromtankstellen an attraktiven Standorten aufzubauen.

Für den reibungslosen Betrieb und die Organisation von Stromlieferant, Kunde und Ladesäulenbetreiber muss allerdings ein starkes Rückgrat in der IT vorhanden sein. Das Start-up-Unternehmen Chargepartner hat für diesen Fall ein spezielles Steuerungs-, Verwaltungs- und Abrechnungssystem entwickelt.

Dieses bietet beispielsweise Echtzeit-Auswertungen aus Daten über das Ladeverhalten (wer lädt wo, wann, was mit welchem Stromdurchsatz und Menge?).

Prognosen zum Strombedarf und eine einfache und bedarfsgerechte Steuerung und Abrechnung einzelner Ladesäulen und großer Ladeinfrastrukturen werden dadurch ermöglicht. Auch können Echtzeit-Ladeanfragen mit Verträgen, den aktuellen und zukünftigen Energiepreisen, den Anforderungen aus den Verteilnetzen und den Fahrzeugen abgeglichen und optimiert werden.

Eine weitere Idee ist, die Verfügbarkeit von Ladesäulen via Digitalfunk an die Navigationssysteme der Autofahrer zu senden. Voraussetzung ist der Einsatz einer leistungsfähigen Datenbank, sie ist ein wichtiger Baustein für die Integration der Elektromobilität in ein zukünftiges Smart Grid, ein Verteilnetz, bei dem neben der Erzeugung auch der Verbrauch gesteuert wird. Mit der erfolgreichen Bewerbung beim Hana-Start-up-Programm konnte sich Chargepartner auf diesem Gebiet wertvolle Unterstützung sichern.

Risikoeinschätzung in Echtzeit

Politische Krisen oder bewaffnete Konflikte wirken lange bevor sie in den Fokus der Medien und damit in die allgemeine Aufmerksamkeit geraten. Zeichnen sich politische oder gesellschaftliche Krisen ab, leidet die breite Bevölkerung ebenso wie Supermarktketten und ihre Lieferanten, Reiseveranstalter und Unternehmen mit Mitarbeitern in den betroffenen Ländern.

Global agierende Unternehmen können Konflikte mit frühzeitigen Prognosen analysieren und gegebenenfalls vorhersehen.

Das Start-up Conis Risk Consulting nutzt aktuelle Forschungsergebnisse im Bereich politischer Konflikte und Risiken für eine Analyse derselben. Das Besondere an der Vorgehensweise sind ein neues, empirisch basiertes Konfliktmodell und ein speziell entwickelter Suchalgorithmus.

„Das Vorgehen unserer Software ähnelt stark dem Prinzip des menschlichen Denkens“

erklärt Geschäftsführer Nicolas Schwank.

„In einer neuen Situation orientieren wir uns immer an dem, was wir schon einmal erlebt haben. Unser Gehirn vergleicht und gibt uns Empfehlungen, wie wir uns am besten verhalten sollen.“

Mit dieser Methodik wollen die Firmengründer den Markt der politischen Risikoeinschätzung neu besetzen.

„Ein Großteil der Risikofrühwarnprogramme erreicht ihr Ziel nicht. Sie werden von den Entscheidern zumeist nicht als hilfreich empfunden, da am Ende 100-seitige
Papiere stehen, die sie unmöglich lesen können.“

Schwank war mehr als zehn Jahre Konfliktforscher an der Universität Heidelberg und leitete das Heidelberger Institut für Internationale Konfliktforschung. Er hat die empirische Fundierung als Alleinstellungsmerkmal erkannt.

„Unsere Mitbewerber auf dem Markt arbeiten fast ausschließlich mit Expertenmeinungen, doch empirische Zahlen geben ein objektiveres Bild der Lage.“

Dazu ist ein Datenbanksystem wie Hana erforderlich, das mit solchen Daten umgehen kann. Durch den Einsatz eines SAP-Produkts und dank der weiten Verbreitung von SAP-Systemen ist zugleich auch eine Schnittstelle zu den Geschäftsdaten der Unternehmen vorhanden.

Freier Zugang zu Hana

Conis Risk Consulting wurde ebenso wie Chargepartner in das SAP Startup Focus Program aufgenommen. Beide Unternehmen haben dadurch freien Zugriff auf die Hana-Entwicklerlizenz und den technischen Support von SAP.

Bei der Umsetzung der Geschäftsidee kann Hana die Vorteile der In-memory-Technologie ausspielen: Die gegenüber Festplatten erheblich schnelleren Zugriffe auf den Arbeitsspeicher des Computers erlauben Auswertungen mit hoher Geschwindigkeit.

„Die Berechnung der Ähnlichkeitswerte ist extrem aufwändig und kann bei Verwendung der herkömmlichen Technik schon mal 14 Stunden dauern“

erläutert Evgueni Schneider, der technische Leiter und Softwareentwickler von Conis. Mit Hana hingegen ist es möglich, diese Ähnlichkeitsanalysen in Echtzeit durchzuführen.

„Wir planen die Integration von Facebook, Twitter und Blogs. Wenn Hana uns hier Realtime-Analysen ermöglicht, dann können wir noch schneller auf die Entwicklungen reagieren und den Krisenstäben in den Firmen und Behörden schon Möglichkeiten zur Risikoeinschätzung geben, bevor die Zeitungen darüber berichten“

so Schneider weiter.

Das SAP Startup Focus Program wurde zum 40-Jahr-Jubiläum der SAP ins Leben gerufen. Es ist speziell auf Jungunternehmen ausgerichtet und soll diese bei der Entwicklung und beim Einsatz neuer Anwendungen auf Basis von Hana unterstützen. Zum Programm gehören auch Tagesveranstaltungen zur Zusammenarbeit und Wissensvermittlung mit Orientierung auf Hana, SAP Mobile Platform, SAP Cloud sowie Datenbanktrends und –technologien. Zudem erhalten Jungunternehmen die Möglichkeit, ihre Produkte in einer messeartigen Umgebung vorzustellen.

Über den Autor

E-3 Magazin

Information und Bildungsarbeit von und für die SAP-Community.

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