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Die Mobilstrategie von SAP

[shutterstock:403943932, SFIO CRACHO]
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Geschrieben von Matthias Zacher, IDC

Aus unserer Sicht ist es nach wie vor hochinteressant, die Mobility-Strategie von SAP zu verfolgen.

In Orlando verkündeten die Walldorfer den Launch von SAP Fiori, einem Portfolio von Geschäftsapplikationen, welches für häufig anfallende Aufgaben genutzt werden kann.

Der Zugriff ist über Smartphones, Tablet-PCs oder Desktop-PCs möglich. SAP Fiori liegt die Annahme zugrunde, dass Business User dieselbe Einfachheit und Intuition in der Bedienung wünschen, wie sie es von Consumer Apps kennen.

Zudem gab SAP eine Partnerschaft mit Mocana bekannt, um Sicherheitsaspekte im Mobile Device Management auf eine breitere Grundlage zu stellen. Diese Partnerschaft ist Bestandteil des neuen Angebots SAP Mobile Secure, das neben Mobile Application Management auch Mobile Devices und Content abdeckt.

Die Schritte von SAP reflektieren sehr gut grundlegende derzeit zu beobachtende Trends bei der Nutzung mobiler Endgeräte. Diese sind im Einzelnen:

Business-Anwender wünschen einfach zu nutzende Apps und bessere User-Interfaces:

Die Consumerization von IT hat unterschiedliche Ausprägungen und Auswirkungen, unter denen das Phänomen „Bring your own Device“ (BYOD) sicher am stärksten heraussticht.

Aber es zeichnet sich bereits heute ab, dass BYOD zu „Bring your own IT“ führen wird. Hierzu zählen auch Apps, die als die nächste große Herausforderung gelten.

Mitarbeiter bringen ihre Endgeräte heutzutage einfach mit ins Unternehmen und erwarten, dass solche einfach zu nutzenden und anwenderfreundlichen Apps, die sie bereits auf ihren Geräten nutzen, auch von der IT für ihre beruflichen Belange bereitgestellt und unterstützt werden.

SAP Fiori kann als eine Antwort auf diese Marktanforderungen verstanden werden. Die Lösung umfasste bei ihrer Markteinführung 25 Anwendungen für solche regelmäßig anfallenden Aufgaben wie Rechnungsbearbeitung, Informationssuche, Reisekostenabrechnungen, Kundenaufträge und Auftragsverfolgungen.

Fiori nutzt SAP UI5 und basiert auf HTML5 und kann somit
unternehmensweit beziehungsweise gerätübergreifend eingesetzt werden. Der Anbieter reagiert damit auf den Bedarf, auch komplexe Geschäftsanwendungen als App zur Verfügung zu stellen.

Der Markt bewegt sich hin zu einem holistischen Ansatz der Enterprise Mobility:

Verantwortliche für Mobile Enterprise Management (MEM) interessieren sich derzeit insbesondere für breite und umfassende Ansätze des Managements und der Sicherheit von Endgeräten, Anwendungen und Content beziehungsweise Daten.

Immer mehr Anbieter tragen diesen Wünschen Rechnung. SAP hat mit Mobile Secure verschiedene Lösungen zusammengefasst und weiterentwickelt. Das sind im Einzelnen das Devicemanagement (MDM) auf Basis von SAP Afaria, entweder aus der Cloud oder on Premise, App-Security durch die Partnerschaft mit Mocana auf Basis des Produkts Mocana Mobile App Protection und das Management und der Schutz von mobilem Content mit SAP Mobile Document.

Zudem bieten die Walldorfer weitere Bausteine aus ihrem Cloud Portfolio im Kontext Mobile Security an. Darüber hinaus lassen sich mit BusinessObjects Reports für verschiedene Auswertungen und Analysen zum Nutzerverhalten, zu Compliance und anderen wichtigen Kennzahlen erstellen.

Partnerschaften sind in der aktuellen Marktsituation der Schlüssel zum Erfolg:

Da sich die Marktlandschaft im Mobile Enterprise so breit gefächert und umfassend darstellt, kann diese nur mit schlagkräftigen Partnerschaften erschlossen werden. SAP tritt als Reseller für die Mocana Mobile App Protection auf. Die Anwendung ermöglicht granulare Sicherheits- und Nutzungsstrategien für iOS und Android Apps bei der Entwicklung.

Die Lösung kann über SAP Afaria gemanagt werden. Das Verbinden der Funktionalität zweier Lösungen ist im Mobile Enterprise nichts Neues und SAP und Mocana folgen damit einem erprobten Ansatz.

Die Announcements zu SAP Secure und der Partnerschaft mit Mocana unterstützen die mobile Strategie des Konzerns. Mobile Device Management via SaaS ist eine Entwicklung, die immer mehr Anhänger findet, und mit einem Preis von einem Euro unterbreitet SAP ein attraktives Angebot.

Der Markt ist nach wie vor in Bewegung. Viele Anbieter, die mit Mobile Device Management begonnen haben, erweiterten ihr Angebot hin zu Mobile Enterprise Management.

Um hier besser positioniert zu sein, war SAP herausgefordert, SAP Afaria – das Produkt hatte und hat eine gute Marktposition bei MDM – weitere Lösungen zur Seite zu stellen. SAP Mobile Documents, die Partnerschaft mit Mocana und die erwähnten Analytics-Funktionalitäten sind Schritte in die richtige Richtung.

Nun gilt es, das Ganze weiter auszubauen und für viele Unternehmen attraktiv zu gestalten, für kleine und mittlere Unternehmen ebenso wie für Global Player. Cloud Computing wird hier zweifelsohne eine wichtige Rolle spielen.

Da sind zum einen Funktionalität und Skalierbarkeit, die Limitierungen nach unten und oben erlauben. Aber auch geringe Upfront-Kosten, geringeres Risiko und umfassende Support-Optionen sind zu nennen.

Der Markt für Mobile Enterprise Management ist stark fragmentiert. Somit ist es nachvollziehbar, dass SAP Partnerschaften eingeht anstelle weiterer Zukäufe. Andererseits wäre es auch ein Stück weit sinnvoll, den gesamten Lebenszyklus für Mobile Enterprise Management mit einer eigenen konsistenten Plattform abzudecken. Das ist heute noch nicht der Fall.

Grundsätzlich ist festzuhalten, dass sich SAP in einer guten Position befindet und zweifelsohne die vorhandene Stellung im Markt für Mobile Enterprise Management ausbauen wird.

Über den Autor

Matthias Zacher, IDC

Als Senior Consultant für die IDCCentral Europe GmbH tätig.

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