MAG 1304 Szene

Die Kraft der Innovation

2013
Geschrieben von E-3 Magazin

Eine Woche vor der CeBIT 2013 fanden in Mannheim die DSAG-Technologietage statt. Der Anwenderverein veröffentlichte hierzu die jährliche Investitionsumfrage. Bernd Leukert, EVP für den Bereich Applikationen, kommentiert die Ergebnisse im E-3 Interview auf der CeBIT.

E-3: Ein Fünftel der DSAG-Mitglieder hält In-memory heute für ein relevantes beziehungsweise innerhalb des kommenden Jahres wichtig werdendes Thema.

Laut DSAG ist ein flächendeckender Einsatz im laufenden Jahr jedoch kaum zu erwarten. Kann die SAP mit dieser Entwicklung zufrieden sein?

Bernd Leukert: Das muss man im Zusammenhang sehen. In-memory für OLTP ist brandneu und unsere Applikationen dafür sind es auch. Und eine Investition muss sich für Unternehmen immer lohnen – je mehr Applikationen auf Hana verfügbar sind, umso größer wird der Mehrwert.

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Deswegen war der Suite-on-Hana-Launch für uns so essenziell. Wir gehen davon aus, dass mit der Business Suite powered by Hana dieses kritische Mehrwert-Momentum beim Großteil unserer Kunden erreicht werden kann.

E-3: Was passiert dafür momentan?

Leukert: Derzeit arbeiten wir mit mehr als 50 innovativen Unternehmen im Ramp-up für die Suite on Hana zusammen – das sind die Early Adopters. Das Thema steht bei fast jedem SAP-Kunden auf der Agenda und ist ein zentraler Diskussionspunkt.

Wir haben erste Kunden, die mit uns eine Hana-Roadmap für alle Applikationen besprechen und umsetzen. Diese glauben an den Mehrwert – ob sie dadurch nun neue Geschäftsprozesse ermöglichen oder kritische Prozesse beschleunigen können, um akkurater und flexibler zu planen, oder mittelfristig eine substanziell vereinfachte Systemlandschaft erreichen.

E-3: Laut der DSAG-Investitionsumfrage sind noch viele Fragen hinsichtlich Einsatz und Betrieb von Hana offen. Hat hier die SAP noch Hausaufgaben zu machen oder ist es lediglich ein Kommunikationsproblem?

Wo steht heute die Business Suite powered by Hana hinsichtlich Disaster Recovery, Backup, Metro- und Geo-Cluster, Failover?

Leukert: SAP Hana ist ein junges Produkt und wir arbeiten mit Hochdruck auch an den Funktionen für den Betrieb – aber seit SPS4 im Mai 2012 nennen wir Hana „Data Center Ready for production“. Das wird uns auch von Kunden bestätigt. Auch wir betreiben Mission-Critical-Systeme wie CRM auf Hana produktiv in unserem Data Center.

E-3: Was bedeutet das konkret?

Leukert: Beispiel High Availability innerhalb eines Data Centers: Im Falle eines System- oder Hardwarefehlers übernimmt der Standby-Node oder das Standby-System. Ebenfalls funktioniert das im Sinne von Disaster Recovery zwischen verschiedenen Data Centers.

Ich denke, es ist beides wahr: Wir haben noch einiges vor uns, um den Betrieb weiter zu vereinfachen und sicherer zu machen, aber die Fortschritte sind noch nicht ausreichend im Markt bekannt. Das liegt mit Sicherheit auch an der Innovationsgeschwindigkeit von Hana.

E-3: Die DSAG sagt, dass 41 Prozent der befragten Anwender sich gar nicht mit In-memory beschäftigen. Deckt sich dieses Ergebnis mit den Erfahrungen der SAP? Wie interpretieren Sie diese hohe Abstinenz der DSAG-Mitglieder von einem definitiven Zukunftsthema wie Hana?

Leukert: Bei meinen vielen Gesprächen mit CIOs, COOs und CEOs kam bisher gar nicht vor, dass ein Kunde gesagt hat: „Hana ist nichts für uns“. Jeder Kunde versteht, dass dies eine Technologie ist, die potenziell seine Industrie verändern kann.

Und in diesem Zusammenhang beschäftigen sie sich mit In-memory und mit Hana. Bei einigen Kunden ist das zurzeit ein Thema auf der strategischen Ebene – also noch nicht operativ in der IT angekommen, bei anderen Kunden eine Frage des Timings einer Einführung. Aber ich habe noch keinen Kunden getroffen, der sich überhaupt nicht mit dem Thema auseinandersetzt.

E-3: Was sind die Beweggründe?

Leukert: Ein CIO muss sich meiner Meinung nach mit Hana auseinandersetzen, wenn er den Megatrend des digitalisierten Unternehmens nicht verpassen möchte.

Soweit ich weiß, war die DSAG-Umfrage vor der Ankündigung der Business Suite auf Hana. Ich wäre gespannt, wie diese Umfrage heute ausfallen würde.

E-3: Auf der In-memory Computing Conference 2013 in Frankfurt/M werden Sie eine Keynote halten. Was wird Ihre Kernbotschaft sein und warum sollen SAP-Bestandskunden Ihrer Meinung nach zu dieser Hana-Konferenz
kommen?

Leukert: Auf der IMCC in Frankfurt werde ich darüber sprechen, welche Vorteile Hana für Business-Applikationen bringen kann und was dies für die Geschäftsprozesse bedeutet. Dabei werde ich auf verschiedene Kundenmodelle eingehen und aufzeigen, wie sie ihre Geschäftsprozesse mit Hana definieren, die Abläufe in ihrem Unternehmen beschleunigen und die Technologielandschaft vereinfachen können.

Für unsere Kunden ist diese Konferenz sicherlich eine hervorragende Möglichkeit, sich inspirieren zu lassen, was Hana in ihrem Unternehmen möglich machen kann – nicht nur durch die Vorträge, sondern auch im direkten Austausch untereinander.

Ich bin davon überzeugt, dass es für jedes Unternehmen wertvoll sein kann, weil wir dann bereits über erste Ergebnisse von aktiven Kundenimplementierungen berichten können.

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Bernd Leukert, SAP Executive Vice President für Application Innovation, stand dem E-3 Magazin auf der CeBIT 2013 in Hannover auch in kritischen Fragen Rede und Antwort.

E-3: Marco Lenck, Vorstandsvorsitzender der DSAG, hat gesagt: „Interessant wird, ob sich die Investitionsplanungen im Laufe des Jahres zugunsten von Hana verschieben. In jedem Fall erwarten wir, dass sich SAP-Kunden strategisch mit dem Thema auseinandersetzen.

Hier ist SAP gefordert, gute Beispiele zu liefern.“ Prof. Hasso Plattner hat am 10. Januar 2013 anlässlich der Präsentation der Business Suite powered by Hana gemeint, dass jeder Kunde selbst seinen Mehrwert mit Hana finden muss.

Wer hat nun recht? Marco Lenck, der fordert, dass SAP gute Beispiele präsentiert, oder Hasso Plattner, der mit Design Thinking die SAP-Bestandskunden zur Eigenverantwortung aufruft?

Leukert: Hana ist seit R/3 die erste Technologie-induzierte Innovation. Damit meine ich: Seit R/3 waren es eher konkrete Fragen von Kunden, wie wir helfen können, spezifische Prozesse abzubilden oder zu verbessern.

Mit Hana ist die Frage andersrum: Wir haben eine großartige, mächtige Technologie: Wie kann ich damit meine Geschäftsprozesse neu erfinden, verbessern oder simplifizieren? Fragen dieser Art brauchen eine enge Kooperation zwischen der Geschäftsvision des Kunden und der Technologiekompetenz der SAP – dort wo diese beiden zusammenkommen, kann wirkliche Geschäftsinnovation stattfinden.

E-3: Man muss also aufeinander zugehen?

Leukert: Ja, man muss beide Seiten zusammenbringen. Das bedeutet auf der einen Seite, dass Kunden die Business-Transformation in ihren Unternehmen nicht nur auf die Agenda schreiben, sondern auch umsetzen.

SAP hingegen wird gefordert sein, Best Practices durch die große Kundenbasis zu sammeln und die Industriebeispiele einer breiteren Masse bekannt zu machen. Die Kraft der Innovation hat den Schwerpunkt von Skalierbarkeit und Stabilität auf Innovation und Veränderung verlegt.

Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen Unternehmen diese Herausforderung als Chance zur Erneuerung sehen. SAP ist bereit, den neuen Weg mit den Kunden zu gehen und den Industriestandard für Business-Prozesse neu zu definieren – immer in enger Kooperation mit unseren Kunden.

E-3: Vielen Dank für das Gespräch.

Über den Autor

E-3 Magazin

Information und Bildungsarbeit von und für die SAP-Community.

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